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Corona-Isolation verkürzt

Vor einigen Wochen war kurzzeitig die freiwillige Isolation geplant, doch aufgrund massiver Einwände war diese Maßnahmenlockerung wieder verworfen worden. Nun soll jedoch die Corona-Isolation einheitlich auf fünf Tage verkürzt werden. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach spricht sich für eine verpflichtende Freitestung aus.

Gesundheitsminister von Bund und Ländern möchten Corona-Isolation neu regeln

Die Regeln für die Corona-Isolation sollen geändert und bundesweit vereinheitlicht werden. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern möchten für nachweislich positiv getestete Personen die Isolationspflicht deshalb auf fünf Tage verkürzen, so das Gesundheitsministerium in Sachsen-Anhalt. Besprochen worden sei dies in einer gemeinsamen Videokonferenz. 

Als Begründung für die Entscheidung wurden die zunehmende Immunität in der Bevölkerung sowie mildere Krankheitsverläufe durch die Omikron-Variante genannt.

Das Robert Koch-Institut (RKI) passte seine Empfehlungen bezüglich der Isolations- und Quarantänedauer bereits an. Die Isolations- und Quarantäneregelungen sollen von den Ländern entsprechend überarbeitet werden. Laut Petra Grimm-Benne, Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin, sei es erfreulich, „dass sich alle Länder auf ein einheitliches Vorgehen geeinigt haben, das auf wissenschaftlicher Expertise des RKI beruht”.

Bislang galt in vielen Bundesländern für Corona-Infizierte eine zehntägige Isolation. Es gab die Möglichkeit, sich nach sieben Tagen freitesten zu lassen. Einige Länder hatten bereits andere Regeln. In der Vergangenheit gab Lauterbach das einheitliche Ende der Isolationspflicht bekannt, nahm es kurze Zeit später wieder zurück – die Kritik war sehr groß.

Empfehlungen des RKI

Seit dem 2. Mai 2022 empfiehlt das RKI für Infizierte der allgemeinen Bevölkerung, dass diese nach einem positiven Testnachweis nach Anordnung für 5 Tage in Isolation müssen. Auch wird dringend empfohlen, nach dem fünften Tag mit einer (Selbst-)Testung mit einem Antigen-Schnelltest zu beginnen und so lange in Selbstisolation zu bleiben, bis das Testergebnis negativ ausfalle. 

Für Kontaktpersonen – beispielsweise im Haushalt oder in der Schule – gilt die dringende Empfehlung, eigenverantwortlich Kontakte zu reduzieren – vor allem Kontakte zu Risikogruppen mit schwerem Krankheitsverlauf. Außerdem wird auch hier dringend eine tägliche (Selbst-)Testung empfohlen.

Für Beschäftigte in Einrichtungen des Gesundheitswesens, in Alten- und Pflegeeinrichtungen, ambulanten Pflegediensten und Einrichtungen der Eingliederungshilfe gelten für Infizierte und Kontaktpersonen die gleichen Regeln wie für die Allgemeinbevölkerung. 

Für Infizierte Beschäftigte der Einrichtungen gilt jedoch zudem, dass die Tätigkeit erst wieder aufgenommen werden kann, wenn die infizierte Person zuvor 48 Stunden lang symptomfrei war und frühestens am 5. Tagein negatives Testergebnis (Antigentest oder PCR-Test) abgenommen wurde. Hier muss ein Nachweis durch den Leistungserbringer nach § 6 Abs. 1 TestV erfolgen. Hier gilt: Der PCR-Test muss negativ sein oder einen Ct-Wert über 30 vorweisen. 

Für Kontaktpersonen gilt die zusätzliche tägliche Testung mit einem Antigen-Schnelltest oder einem NAAT (Nukleinsäure-Amplifikationstest). Dieser muss jedoch vor Dienstantritt bis einschließlich Tag 5 stattfinden.  

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Lauterbach möchte Freitestung nach verkürzter Isolation

Laut dem Bundesgesundheitsminister soll mit der Verkürzung der Corona-Isolation auch die Pflicht der Freitestung entfallen

Im ARD-Morgenmagazin sagte Karl Lauterbach: „Ich persönlich glaube, dass am Ende von fünf Tagen – das ist ja eine sehr kurze Zeit – zumindest eine Selbsttestung dringend empfohlen sein müsste.” Dass viele Infizierte auch nach fünf Tagen noch positiv seien, sei bekannt, so Lauterbach. 

Eine Verpflichtung zum Test ist in den neuen Corona-Leitlinien also nicht vorgesehen, der abschließende negative Test werde aber dringend empfohlen. Die Tagesschau berichtet, dass Lauterbach von einer “Lösung mit Augenmaß” sprach. 

Auch der Bundesgesundheitsminister verwies auf die kürzeren Krankheitsverläufe durch die Omikron-BA.2-Variante. Damit begründet könne die Isolation auf fünf Tage verkürzt werden. 

“Lauterbach bekräftigte zudem, dass die Isolation für Infizierte weiter von den Gesundheitsämtern angeordnet werden solle. Dies gebe das Signal, dass es sich bei Corona nicht um eine Grippe oder eine Erkältung handele”, berichtete die Tagesschau weiter. Würde eine Corona-infizierte Person auf andere Menschen zugehen, „dann gefährdet er de facto ihr Leben“, erklärte Lauterbach.

Umsetzung der neuen Regel

Die Länder selbst legen die Regeln fest. Bayern und Sachsen beispielsweise haben die Regeln bereits angepasst. Infizierte, die 48 Stunden Symptomfrei sind, konnten die Isolation bereits von zehn auf fünf Tage verkürzen. Eine Empfehlung, sich nach Isolationsende auch ohne Symptome zu testen, gebe es in Bayern nicht. Für Pflege- oder Klinikpersonal gilt dies jedoch nicht. Die Tagesschau berichtete, dass auch Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Thüringen verkündeten, so verfahren zu wollen. 

Auch in Hessen ist die Isolationspflicht auf fünf Tage verkürzt worden – ohne Freitestung. Bei weiteren Symptomen solle jedoch eigenverantwortlich gehandelt werden und die Isolation jeweils um 48 Stunden verlängert werden.

Reaktionen auf die Verkürzung der Isolationspflicht

Susanne Johna, die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, halte laut Funke-Mediengruppe die Verkürzung der Isolation auf fünf Tage nur dann für zweckmäßig, wenn infizierte Personen zuvor 48 Stunden ohne Symptome seien und ein negatives Testergebnis hätten.

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, fordert hingegen, dass nach fünf Tagen Isolation keine Freitestung nötig sei, auch in Pflegeheimen und Kliniken. Das sagte er in der “Rheinischen Post”.

Die Stiftung Patientenschutz hingegen kritisiert die neue Regelung. Vorstand Eugen Brysch verweist auf vulnerable Gruppen, die zu Hause lebten. Das seien Millionen von Menschen, die Schutz und Sicherheit bräuchten. Deshalb dürfe es keine Freitestung von medizinisch-pflegerischem Personal geben, damit die vulnerable Gruppe nur von nichtinfektiösen Menschen versorgt werde. Laut Brysch gebe es bei einem Schnelltest keine Garantie dafür und eine Freitestung sollte nur mit einem PCR-Test möglich sein

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