pulse 1Corona Neuinfektion

Reinfektion mit Corona – Immer mehr infizieren sich zum zweiten Mal

Ein Trend weist auf, dass sich immer mehr Personen ein zweites Mal mit Corona infizieren. Mittlerweile sind es fast acht Prozent – Tendenz steigend. Dies geht vor allem auf die Omikron-Variante zurück. Was bedeutet das für das individuelle Risiko?

Die Omikron-Variante lässt die Fallzahlen der Neuinfektionen in die Höhe schießen, und das nicht nur bei den Ungeimpften. Vor allem Genesene können sich nicht mehr in Sicherheit wiegen: immer mehr von ihnen stecken sich zum zweiten oder gar zum dritten Mal mit Covid-19 an.

Wie groß ist die Gefahr einer erneuten Infektion?

Man kann nicht genau sagen, wie hoch das Risiko ist, sich erneut anzustecken. Da kommen viele verschiedene Faktoren ins Spiel, wie zum Beispiel das Alter, Vorerkrankungen, der Immunstatus und die Anzahl der erfolgten Schutzimpfungen gegen das Coronavirus. Grundsätzlich aber ist eine erneute Covid-19 Infektion mit einer anderen Coronavirus-Variante möglich. 

Allerdings war es bisher so, dass eine überstandene Infektion zumindest eine bestimmte Zeit vor einer nachfolgenden Infektion geschützt war. „Im Vergleich zu einer Impfung immerhin noch zu etwa 80 Prozent und das für einen ordentlichen Zeitraum von etwa neun bis zehn Monate.“, so Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie. 

„Doch genauso wie die Impfstoffe, die ja auf dem ursprünglichen Virus basieren, nicht so gut gegen Omikron schützen, schützt jetzt auch eine Infektion mit einer früheren Variante nicht so gut gegen Omikron„.

Sobald eine Person in Kontakt mit Omikron kommt, obwohl eine frühere Infektion mit der Alpha- oder Delta-Variante vorliegt, lässt die Schutzwirkung sehr deutlich nach. Watzl erklärt, dass eine frühere Infektion nur noch ca. 20 bis maximal 40 Prozent vor einer Infektion mit der Omikron-Variante schützt. Demnach ist die Wahrscheinlichkeit sich erneut mit Covid-19 zu infizieren, durch Omikron erheblich gestiegen.

Außerdem sehen Wissenschaftler:innen nun auch einen gewissen Zusammenhang zwischen einer erneuten Corona-Infektion und der Schwere des Krankheitsverlaufes der bereits überstandenen Infektion. Bei milden oder asymptomatischen Verläufen werden oft nur wenige Antikörper gebildet oder die Konzentration an Antikörpern nimmt rasch wieder ab, so Prof. Martina Prelog, Immunologin und Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Würzburg. Demnach ist dies ein weiterer Faktor für eine erneute Infektion durch die Omikron-Variante.

Hohe Antikörperzahl schützt also vor Neuinfektionen?

„Besteht mehr Zeit für die Ausreifung können die B-Zellen ausgewählt werden, die die besten Antikörper herstellen. Man nennt das Aviditätsreifung. Diese Antikörper binden sich besonders gut an Viren und können sogar gegen neue Virusvarianten von Sars-CoV-2 gut schützen“, so die Immunologin.

„Eine hohe Konzentration von Antikörpern steht auch im Zusammenhang mit der Höhe der neutralisierenden Antikörper. Solche Antikörper binden sich auf ganz bestimmte Weise an ein Virus-Oberflächenmolekül, das das Coronavirus braucht, um überhaupt in die Zellen eindringen zu können. So verhindern die Antikörper, dass die Viren Zellen effizient infizieren“.

Neben den B-Zellen sind die T-Zellen in unserem Körper für unsere Immunabwehr zuständig. Zytotoxische T-Zellen finden vom Coronavirus befallene Zellen und zerstören diese, um eine weitere Ausbreitung des Virus im Körper zu verhindern. Sogenannte Helfer-T-Zellen unterstützen die B-Zellen, welche die Antikörper bilden, und das angeborene Immunsystem dabei, das Virus zu eliminieren. „Auch bei Personen mit milden Verläufen, die keine hohe Antikörperkonzentration hatten, konnten wir eine sehr gute T-Zellen-Antwort gegen Sars-CoV-2 beobachten. Sie können dadurch gut vor schweren Infektionen mit Covid-19 geschützt sein”.

Wie oft kommt es zu Reinfektionen?

Ende März brachte die UK Health Security Agency einen Bericht heraus, in dem es hieß, dass es seit Beginn der Pandemie mehr als 800.000 Reinfektionen in England gab. Dort werden Reinfektionen folgend definiert: eine Person hat mindestens zwei positive Corona-Tests im Abstand von mindestens 90 Tagen. 

Eine Studie aus Dänemark hat über 1,8 Millionen Corona-Infektionen im Zeitraum von Ende November 2021 bis Mitte Februar 2022 ausgewertet. Dabei sind Wissenschaftler zu dem Schluss gekommen, dass es über 1700 Fälle gab, in denen sich Personen innerhalb von zwei Monaten erneut infiziert hatten. Einige steckten sich damals aber noch mit der Delta-Variante an, da Omikron Ende 2021 noch weniger verbreitet war als heute. Einige dieser Infizierten hatten sich sogar zwei Mal mit Omikron angesteckt: Die meisten von ihnen zuerst mit dem Subtyp BA.1 und dann mit dem neueren BA.2.

Welchen Schutz bieten Impfung oder Genesung?

Über einen Zeitraum von zwei Jahren haben Forscher die Immunität Geimpfter und Genesener verfolgt. Auch Frau Prelog hat an dieser Studie mitgearbeitet. Das Fazit: Das Immunsystem muss dreimal mit dem Coronavirus in Kontakt gekommen sein – zum Beispiel durch Impfung und/oder Infektion – um einen entsprechend guten Schutz aufzubauen.

Neben der Impfung ist es auch wichtig, sich weiterhin zu testen, vor allem wenn man gerade frisch eine Infektion überstanden hat. Wir bieten weiterhin Tests deutschlandweit an, ob für Zusammenkünfte, zum Freitesten oder einfach für Sie selbst.

Datenschutzeinstellungen
Deutsch
English
Български
Ελληνική
Español
Česky
Français
Italiano
やまと
Polski
Português
Românesc
Русский
中文
Thai
Turkish
Український
Arab
Vietnamese
Essenziell
Notwendige Cookies sind für das ordnungsgemäße Funktionieren der Website unbedingt erforderlich. Diese Cookies gewährleisten grundlegende Funktionalitäten und Sicherheitsmerkmale der Website, anonym.
Session
XSRF-TOKEN
Remember token
Analytics
Diese Cookies helfen uns dabei, Informationen über Metriken wie die Anzahl der Besucher, Absprungrate usw. zu liefern.
Google Tag Manager
Zusatzfunktionen
Zusätzliche Funktionen sind nicht obligatorisch und helfen uns, Ihr Erlebnis zu verbessern.
Google Maps
Wartung
Diese Cookies helfen uns bei der Bereitstellung von Informationen zur Fehlerprotokollierung, die wir zur Fehlerbehebung verwenden.
Sentry