pulse 1

Krankenhäuser kämpfen mit Personalmangel durch Corona

Durch die aktuell grassierende Omikron-Welle stieg die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland am 19. März 2022 auf ein Rekordhoch von 1.874. Am 24. März meldete das RKI 318.387 Corona-Neuinfektionen. Ob die Daten zu 100 Prozent korrekt sind, scheint fraglich. Experten gehen sogar von einer noch höheren Dunkelziffer aus. Das hat auch Folgen für die Krankenhäuser in Deutschland, denn viele haben coronabedingt automatisch mit einem Personalmangel zu kämpfen. Das stellt die Kliniken direkt vor neue besondere Herausforderungen.

Coronabedingter Personalmangel – Krankenhäuser überlastet

Die Omikron-Variante des Coronavirus breitet sich in Deutschland derzeit rasend aus. Auch in Krankenhäusern ist aufgrund dessen ein massiver Anstieg von Personalausfällen zu beobachten. Schon im November 2021 drohte Kliniken die Überlastung. Gernot Marx, Präsident der Intensivmediziner-Vereinigung DIVI erklärte in der “Augsburger Allgemeinen”, dass “eine hohe Zahl von positiv getestetem Personal […] für viele Krankenhäuser sehr belastend” sei. Derzeit würden 518 von 1320 Intensivstationen im eingeschränkten Betrieb arbeiten. Marx spricht gar von einem deutlichen “Karnevalseffekt” in Nordrhein-Westfalen.

Laut einer Pressemitteilung vom 18. März 2022 berichtete die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), dass derzeit so viele Infektionspatient:innen in Kliniken behandelt werden würden wie noch nie seit Anbeginn der Pandemie. “Vom 1. Februar 2022 bis heute sind die Zahlen um 60 Prozent auf mittlerweile mehr als 24.000 Patientinnen und Patienten gestiegen.” Folglich müssen Kliniken mehr und größere Infektionsabteilungen einrichten, wo durchgehend maximaler Infektionsschutz betrieben werden müsse, so der Vorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß.

Krankenhäuser können aufgrund des Personalmangels nicht alle Behandlungen anbieten, deshalb warnt Gaß im Gespräch mit dem “RedaktionsNetzwerk Deutschland” vor dem flächendeckenden Problem, das durch Quarantäne und Isolation ausgelöst werde.

„Eine aktuelle Umfrage des Deutschen Krankenhaus­instituts zeigt, dass 75 Prozent der Krankenhäuser nicht mehr in der Lage sind, ihr normales Leistungsangebot anzubieten. Und ausschlaggebend dafür sind die Personalausfälle, “ so Gaß.

Die Konsequenzen: Betten bleiben leer, Stationen müssen teilweise geschlossen werden, planbare Operationen müssen verschoben werden und auch in manchen Intensivstationen findet ein eingeschränkter Betrieb statt.

Besonders stark betroffen von krankheitsbedingten Ausfällen seien laut Blitzumfrage des Krankenhausinsituts (DKI) Pflegedienste – Zirka die Hälfte der Krankenhäuser seien in diesem Bereich von höheren Personalausfällen betroffen.

Krankenhausgesellschaft warnte vor Personalmangel

Bereits Ende Januar 2022, während der ersten Omikron-Welle in Deutschland, forderte die Krankenhausgesellschaft im Notfall eine Streichung der Quarantäne für Personal. Zu diesem Zeitpunkt seien einige Stationen in Kliniken bereits zeitweise geschlossen worden. Der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern, Uwe Borchmann, erklärte dem Norddeutschen Rundfunk, dass Mitarbeitende in Kliniken eine Impfquote von 80 bis 99 % hätten. “Krankenhauspersonal müsste auch nach sehr verkürzten Quarantänezeiten wieder arbeiten dürfen, im Notfall auch ganz ohne Isolation.”

In ihrer Pressemitteilung berichtete die DKG: “Rund 90 Prozent der Krankenhäuser haben aktuell höhere krankheitsbedingte Personalausfälle in ihren patientennahen Bereichen als sonst um diese Jahreszeit üblich. Die Entwicklungen sind maßgeblich durch die Corona-Pandemie bedingt. Das ergab eine Blitzumfrage des Deutschen Krankenhausinstituts.” Dies habe zur Folge, dass die vorhandenen Kapazitäten der Krankenhäuser nicht vollständig ausgelastet werden können.

“Die Ergebnisse der Umfrage sind alarmierend. Es zeigt, wie dünn die Personaldecke in den Kliniken insgesamt ist und wie schon relativ geringe Personalschwankungen zu Problemen bei der Patientenversorgung führen können”, kommentierte Gaß die Umfrageergebnisse.

Appell zu Schutzmaßnahmen

Matthias Blum, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW) erklärte in der “Rheinischen Post”: “Nun hat die Politik die Entscheidung getroffen, dass sie in der Bewältigung der Pandemie auf die Eigenverantwortung der Bürger setzt. Wir empfehlen jeder und jedem, weiter eine Maske zu tragen, wo dies angeraten ist, und Abstand einzuhalten.”

Für Tamara Bischof, Vorsitzende der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG) seien die Lockerungen aus Klinik-Sicht unverständlich, berichtete die “Süddeutsche Zeitung”. Sie fragte, was aus der Prämisse geworden sei, dass die Kliniken nicht überlastet werden dürften und wies darauf hin, dass die stationäre Versorgung personalabhängig sei.

Die Krankenhausleitung des Leopoldina-Krankenhauses in Schweinfurt hoffte beispielsweise, dass Maßnahmen wie die Maskenpflicht und Einschränkungen bei Patientenbesuchen weiterhin bleiben dürfen, berichtete der Bayerische Rundfunk. Seit Mittwoch, den 23. März 2022, gelte im Leopoldina-Krankenhaus erneut ein Besuchsverbot. In Absprache mit der jeweiligen Station seien Besuche von Angehörigen in der Sterbephase von Patient:innen möglich. Das Tragen von FFP2-Masken und die Einhaltung der 2G-Plus-Regel sei für alle Ausnahmen verpflichtend. Auch Sonderregeln für die Kinderklinik, die Mutter-Kind-Station, den Kreißsaal und die Kinder- und Jugendpsychiatrie gebe es.

Rettungsschirm für Kliniken verlängert

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach kündigte am Montag, den 21. März 2022, im Gespräch mit dem RND an, dass der Bund den finanziellen Rettungsschirm für die Krankenhäuser weiterhin verlängere und sichere. Die Freihaltepauschale für bereitgehaltene Behandlungskapazitäten werde demnach bis zum 18. April fortgeführt. Außerdem werde die Versorgungspauschale als Zuschlag für die Covid-19-Patient:innen-Behandlung bis zum 30. Juni verlängert.

Datenschutzeinstellungen
Deutsch
English
Български
Ελληνική
Español
Česky
Français
Italiano
やまと
Polski
Português
Românesc
Русский
中文
Thai
Turkish
Український
Arab
Vietnamese
Essenziell
Notwendige Cookies sind für das ordnungsgemäße Funktionieren der Website unbedingt erforderlich. Diese Cookies gewährleisten grundlegende Funktionalitäten und Sicherheitsmerkmale der Website, anonym.
Session
XSRF-TOKEN
Remember token
Analytics
Diese Cookies helfen uns dabei, Informationen über Metriken wie die Anzahl der Besucher, Absprungrate usw. zu liefern.
Google Tag Manager
Zusatzfunktionen
Zusätzliche Funktionen sind nicht obligatorisch und helfen uns, Ihr Erlebnis zu verbessern.
Google Maps
Wartung
Diese Cookies helfen uns bei der Bereitstellung von Informationen zur Fehlerprotokollierung, die wir zur Fehlerbehebung verwenden.
Sentry