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Hirnschäden durch Corona-Infektion?

Mit dem Beginn der Pandemie wuchs nicht nur das Interesse daran, Hygienekonzepte zu konzipieren und Impfungen und Medikamente herzustellen. Schnell wurde klar, dass eine Infektion mit dem Coronavirus auch nach dem Ende der Infektion Konsequenzen mit sich ziehen kann. Post-Covid-Symptome und Long-Covid wurden zunehmend zu wichtigen Themengebieten, die erforscht werden müssen, um betroffenen Personen zu helfen.

Oxford-Studie: Corona-Infektion schädigt Gehirn

Die Fachzeitschrift “Nature” veröffentlichte am 7. März 2022 eine Studie mit dem Titel “SARS-CoV-2 is associated with changes in brain structure in UK Biobank”. In der Studie aus Oxford gibt es Hinweise darauf, dass eine Erkrankung mit dem Coronavirus Unregelmäßigkeiten im Gehirn auslösen kann, es schädigen kann oder gar schrumpfen lassen kann.

Insgesamt wurden die Daten von 785 Teilnehmer:innen im Alter von 51 bis 81 Jahren ausgewertet. Die Daten der Patient:innen stammen aus der medizinischen Datenbank “UK Biobank”. Mithilfe von Hirnscans wurde ermittelt, wie stark die Folgen einer Corona-Infektion auf das Gehirn sind. Die Scans im Zustand vor der Covid-Erkrankung dienten ebenfalls dazu, dass bereits existierende Risikofaktoren nicht zu Fehlschlüssen führen könnten. Von 15 Personen, die eine Krankenhausbehandlung benötigen, wurden keine Daten erhoben.

Nach dem Gehirnscan infizierten sich 401 Teilnehmer:innen mit dem Coronavirus. Nach durchschnittlich etwa 141 Tagen beziehungsweise vier Monaten nach er Infektion fand ein zweiter Scan des Gehirns statt. 

Die anderen 384 Teilnehmenden der Kontrollgruppe infizierten sich nicht mit dem Virus und wurden ebenfalls untersucht. Beide Gruppen unterzogen sich zudem mehreren kognitiven Tests, sodass mögliche Unterschiede verdeutlicht werden konnten.

Erkenntnisse der Studie

Die Forschenden konnten drei Langzeiteffekte einer Corona-Infektion auf das Gehirn ausmachen. Zum einen verringerte sich die Dicke der grauen Substanz und des Gewebekontrasts im orbitofrontalen Kortex und im parahippocampalen Gyrus deutlich. Das sind Areale im Gehirn die für das Erkennen und Erinnern zuständig sind. 

Zum anderen veränderten sich die “Marker für Gewebeschäden in Regionen, die funktionell mit dem primären olfaktorischen Kortex verbunden sind” stärker. Dabei handelt es sich um Gehirnregionen, die mit dem Geruchssinn verbunden sind.

Außerdem wurde eine deutliche Verringerung der Gesamtgröße des Gehirns festgestellt. Mit zunehmendem Alter sei eine Abnahme von 0,2 Prozent, bis 0,3 Prozent der grauen Substanz in Bereichen, die für das Gedächtnis relevant sind, normal, erklärte Gwenaëlle Douaud, Hauptautorin der Studie und außerordentliche Professorin für Neurowissenschaften an der Oxford University dem US-amerikanischen Sender CNN.

Durchschnittlich waren die Gehirne der erkrankten Personen im Vergleich zu den Gehirnen der Kontrollgruppe 0,2 Prozent bis 2 Prozent kleiner – unabhängig vom regulären Abbau. Infizierte, die am meisten Hirngewebe verloren hatten, schnitten bei kognitiven Untersuchungen, mit denen auch Krankheiten wie Demenz und Alzheimer ermittelt werden, am schlechtesten ab. Ob eine Corona-Infektion die Entstehung von Demenz und Alzheimer begünstigt, müsse durch Untersuchungen der Studienteilnehmer:innen nach zwei Jahren weiter erforscht werden.

Deutliche Unterschiede im Gehirn selbst bei leichter Infektion

Auch konnte gezeigt werden, dass bei den Covid-19-Erkrankten ein kognitiver Rückgang stattfand, der sich unter anderem in einer geringeren Leistungsfähigkeit zeigen kann. Das beeinflusste die Hirnfunktionen, die für Konzentration und Organisation zuständig sind. Wie schwer der Krankheitsverlauf war, spielte dabei keine Rolle. Betroffen waren auch Personen, die nicht ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten und mildere Verläufe hatten. „Wir waren ziemlich überrascht, dass wir selbst bei einer leichten Infektion deutliche Unterschiede im Gehirn feststellen konnten”, so Douaud. Bei älteren Infizierten waren die Auswirkungen der Corona-Infektion auf das zentrale Nervensystem noch stärker ausgeprägt. Noch sei nicht klar, ob diese Auswirkungen reversibel sind oder langfristig sind. 

Einschränkungen der Studie

Zunächst ist zu beachten, dass für die Studie noch ein Peer-Review-Verfahren aussteht, das die Qualität der wissenschaftlichen Arbeit sichern soll. Unabhängige Fachexperten prüfen die Arbeit auf die Einhaltung wissenschaftlicher Standards.

Des Weiteren fand die Studie in Großbritannien statt, als die Alpha-Variante grassierte, weitere Virusvarianten wurden deshalb nicht berücksichtigt. Die Forschenden vermuten, dass sich die Erkrankten mit der Alpha-, Beta- und Gamma-Variante infiziert hatten. Infektionen mit der Delta-Variante seien unwahrscheinlich.Auch ist nicht klar, welchen Einfluss Corona-Impfungen auf die Studie hatten. Im Februar 2022 erklärte die britische Gesundheitsbehörde UK Health Security Agency, dass eine Auswertung von 15 Studien stattfand. Diese ergäbe, dass geimpfte Personen im Vergleich zu Ungeimpften nur halb so oft Long Covid bekämen.

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