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Corona in China – das ist die aktuelle Lage

Während in Europa viele Länder ihre Corona-Maßnahmen herunterfahren, unter anderem auch Deutschland, und teilweise komplett streichen, steigen in China aktuell die Corona-Infektionszahlen enorm an. Wie geht das Land mit der derzeitigen Infektionswelle um?

Chinas Umgang mit hohen Infektionszahlen

In China wurden laut Tagesschau vom 13. März 2022 innerhalb eines Tages etwa 3400 neue Corona-Fälle durch die Gesundheitskommission gemeldet. Am 15. März seien es laut Berichten des chinesischen Staatsfernsehen über 5000 Neuinfektionen gewesen. Zuletzt seien die Fallzahlen im Februar 2020 auf solch einem hohen Stand gewesen. Anfang März lagen die Zahlen bei wenigen hundert Fällen.

Als Konsequenz veranlassten die Behörden Maßnahmen wie Massentests, Einschränkungen im Transport und Ausgangssperren. Schulen und Universitäten mussten schließen. In vielen Großstädten gelten Lockdowns.

Um den hohen Infektionszahlen entgegenzuwirken, werden außerdem provisorische Krankenhäuser gebaut. Dort können tausende Patient:innen untergebracht und isoliert werden.

Zwar seien zwischen 80 und 90 Prozent der Bevölkerung in Festlandchina geimpft, doch sei die Impfquote bei der älteren Bevölkerung ab 70 Jahren mit 60 Prozent nicht hoch genug, was sich an den Todeszahlen zeige. 

So soll es insgesamt mittlerweile 2500 Corona-Tote in Hongkong geben, von denen 90 Prozent im Jahr 2022 starben und die zum größten Teil über 70 Jahre alt waren, so die Tagesschau. Zudem werde ausschließlich chinesischer Impfstoff verwendet, die im Vergleich zu mRNA-Impfstoffen etwas schlechter vor schweren Verläufen schützen würden.

Chinas Null-Covid-Politik

Ende 2019 wurde das Coronavirus SARS-CoV-2 zum ersten mal in China, genauer gesagt in Wuhan, entdeckt. Seitdem verfolgt das Land eine strikte Null-Covid-Politik. Das bedeutet, dass schon eine einzige Infektion mit dem Coronavirus im Land dazu führt, dass die Behörden strikte Maßnahmen verhängen. Das waren und sind beispielsweise Ausgangssperren, Massentests und sogar die Abriegelung von Städten. 

Nach dem Corona-Ausbruch 2019 war das Infektionsgeschehen gut eingedämmt, doch aktuell steigen die Infektionszahlen rapide an.

Die Null-Covid-Strategie wird jedoch zunehmend in Frage gestellt. Die lokalen zuständigen Behörden möchten künftig auf mildere Maßnahmen setzen, die gezielter eingesetzt werden sollen. Staats- und Parteiführung sollen laut Tagesschau jedoch weiterhin an der bisherigen Strategie festhalten.

Folge der Null-Covid-Strategie: Landesweite Lockdowns

Von den hohen Infektionszahlen betroffen sind insbesondere unter anderem Metropolen wie Shenzhen, Shanghai, Changchun oder Hongkong.

Während Shenzhen und Changchun sich derzeit in einem einwöchigen Lockdown befinden, sollen die Bewohner Shanghais und Qingdaos die Hafenmetropolen nicht verlassen – die Einreisen und Ausreisen sind nur mit einem negativen Testergebnis, das nicht älter als 48 Stunden ist, möglich. In Changchun sollen beispielsweise alle Bewohner Corona-Tests unterzogen werden und Einkäufe seien nur einer Person pro Haushalt an jedem zweiten Tag möglich.

Am 11. März meldeten die Behörden in Hongkong rund 29.000 Neuinfektionen an einem Tag. Laut Regierungschefin Carrie Lam hätten Pflichttests für alle Einwohner keine Priorität, stattdessen würde die Bekämpfung der Epidemie geplant und vorbereitet werden, sagte sie in einer Pressekonferenz. Zwar erwägte Hongkong wie die Zeitung “​​South China Morning Post” berichtete Mitte März Corona-Massentests und einen neuntägigen Lockdown, diese Maßnahmen wurde jedoch bisher nicht umgesetzt.

Weltweite Auswirkungen

Die hohen Infektionszahlen haben jedoch nicht nur Auswirkungen auf die chinesische Bevölkerung und Wirtschaft. Auch im internationalen Kontext sind die Konsequenzen zu spüren. So werden aktuell im Nordosten des Landes die meisten Infektionen gezählt. Viele Städte unterliegen einem Lockdown und Fabriken schließen ihre Werke.

In Jilin hat beispielsweise der Automobilhersteller Volkswagen mehrere Produktionsstätten, und musste laut Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) “bereits die Produktion in drei Werken vorübergehend suspendieren”.
Auch sei das für 2020 ausgegebene Wachstum von 5,5 Prozent wohl nicht zu erreichen, so der RND. Ökonom:innen sei dies mittlerweile bewusst, denn schon vor der aktuell grassierenden Omikron-Variante, mit der die hohen Infektionszahlen einhergingen, wurde das Planziel als enorm hoch wahrgenommen. Aktuell sei es sogar utopisch, das Ziel zu erreichen. So sollen sowohl Reisetätigkeiten als auch der Binnenkonsum in China sehr nachgelassen haben. Viele Menschen in der chinesischen Bevölkerung würden sich vor den Konsequenzen fürchten, wenn sie nach Besuchen in Restaurants oder Einkaufszentren als mögliche Kontaktpersonen gelten und eventuell in Quarantäne müssen.

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