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Jetzt boostern oder auf Omikron-Impfstoff warten?

Derzeit befinden wir uns in der fünften Corona-Welle, die durch die Omikron-Variante Rekordwerte erreichte. Die aktuelle 7-Tage-Inzidenz in Deutschland liegt bei einem Wert von 1.439. (Stand 11.3.2022) Am 10. Februar 2022 lag der Höchstwert bei 1603,9. Mittlerweile sind 57,6 % der deutschen Bevölkerung gegen das Coronavirus geboostert. Für alle anderen stellt sich nun die Frage, ob sie jetzt die Auffrischungsimpfung in Anspruch nehmen sollen oder auf die neuen angekündigten Omikron-Impfstoffe warten sollen.

Auffrischungsimpfung sehr wichtig

Die dritte Impfung – auch Auffrischungsimpfung oder Booster-Impfung genannt – ist ein Teil der aktuellen Impfstrategie, da der Impfschutz nach einer gewissen Zeit nachlässt. Die Auffrischungsimpfung trägt dazu bei, dass der Körper erneut Antikörper bildet und so den Impfschutz aufrecht erhält

Studien belegen, dass die Impfungen gegen Covid-19 vor schweren Verläufen schützen. Gerade in Anbetracht der derzeit grassierenden Omikron-Variante ist eine Auffrischungsimpfung nötig. Sie schützt nicht nur ältere oder vorerkrankte Risikopatient:innen, sondern sorgt auch dafür, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet wird.

Nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) sollen sich deshalb alle Personen über 18 Jahren, die bereits geimpft sind, mindestens drei Monate nach ihrer letzten Impfung boostern lassen. Auch bereits geimpfte Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren sollen sich innerhalb von drei bis sechs Monaten nach ihrer letzten Impfung erneut impfen lassen

Für die Auffrischungsimpfung wird ein mRNA-Impfstoff empfohlen. Dabei handelt es sich entweder um den Comirnaty-Impfstoff von BioNTech/Pfizer oder Spikevax von Moderna. Unter 30-Jährigen empfiehlt die STIKO allerdings nur den BioNTech/Pfizer-Impfstoff. Die volle Schutzwirkung soll laut internationalen Studien nach sieben bis zwölf Tagen eintreten.

Auch sollte beachtet werden, dass die Impfzertifikate der Europäischen Unionohne die dritte Impfung neun Monate nach der Grundimmunisierungungültig sind. Diese Regelung trat am 1. Februar 2022 durch die EU-Kommission in Kraft. 

Tatsächlich empfiehlt die STIKO bereits eine zweite Auffrischungsimpfung für bestimmte Personengruppen. Dabei handelt es sich um alle Menschen, die über 70 Jahre alt sind, Personen, die in Pflegeeinrichtungen wohnen oder betreut werden und Menschen mit Immunschwäche. Die Impfung soll frühestens drei Montate nach dem ersten Booster erneut geimpft werden. Auch Personal von pflegerischen und medizinischen Einrichtungen wird eine zweite Booster-Impfung empfohlen. Diese ist frühestens sechs  Monate nach der ersten Auffrischungsimpfung – in Ausnahmefällen jedoch schon nach drei Monaten – möglich. 

Studienergebnisse zu Omikron-Impfstoffen

In drei von vier Studien zeigte sich, dass es kaum einen Unterschied ausmache, ob man mit einem schon zugelassenen mRNA-Impfstoff oder mit einem Omikron-Impfstoff geboostert werde. Bei Erstimpfungen hingegen habe das spezielle Omikron-Vakzin einen Vorteil. Jedoch müsste laut dem Fachjournal “Nature” beachtet werden, dass diese Studien derzeit nicht durch ein Peer-Review-Verfahren begutachtet worden sind. Es handele sich deshalb nur um eine Vorab-Veröffentlichung.

Für Stephane Bancel, Chef von Moderna, ist klar, dass eine Auffrischungsimpfung notwendig sei, doch wisse er noch nicht, “ob es sich dabei um den bestehenden Impfstoff oder nur Omikron oder um einen bivalenten handeln wird: Omikron plus bestehender Impfstoff, zwei mRNA in einer Dosis.”

Im NDR-Podcast erklärte der Virologe Christian Drosten bereits im Januar 2022, dass eine Dreifach-Impfung “richtig […] gegen Omikron” schützen würde. Es sei zwar kein hundertprozentiger Schutz vor einer Infektion vorhanden, jedoch sei eine Ansteckung dadurch unwahrscheinlicher

Verzögerung der Omikron-Impfstofflieferung

Zunächst sollte der speziell an die Omikron-Variante angepasste Impfstoff von BioNTech Ende März 2022 ausgeliefert werden. Doch laut Ugur Sahin, Chef des Unternehmens, soll der Termin nun auf April oder Ende Mai verschoben werden. Er begründete dies in der “Bild Live” damit, dass die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) länger auf die benötigten Daten für die Zulassung warten müsse als geplant.

Auch der Impfstoffhersteller Moderna plant einen Omikron-Impfstoff, allerdings erst im August dieses Jahres. Damit stellt sich die Frage in den Raum, ob sich ein spezieller Omikron-Impfstoff noch benötigt wird, denn in vielen Ländern hat die Omikron-Welle ihren Höhepunkt bereits überschritten und nimmt langsam wieder ab. Sahin erklärte: “Wir müssen uns die Impf-Epidemiologie angucken. Wenn die Welle stoppt, bedeutet das nicht, dass sie nicht wieder beginnen kann”. Eine weitere Omikron-Welle im Herbst und Winter wäre demnach denkbar.

Lauterbach fordert zum Boostern auf

Auf Twitter schreibt Gesundheitsminister Karl Lauterbach darüber, dass zu viele Personen auf die Omikron-Impfung warten würden. Doch die Booster-Impfung lohne sich jetzt schon. Mit diesen Worten verwies er auf eine Grafik eines Wochenberichts des Robert Koch-Instituts (RKI), die zeigt, dass geboosterte Menschen ein sehr geringes Risiko für eine Krankenhauseinweisung hätten.

Auch der Epidemiologe Prof. Timo Ulrichs erkläkrte im RTL Corona-Talk, dass eine zeitnahe Booster-Impfung in der aktuellen Omikron-Welle sinnvoll sei. Danach könnte man sich mit zeitlichem Abstand immer noch mit einem Omikron-spezifischen Impfstoff ein weiteres Mal boostern lassen. “Zu viel impfen kann man eigentlich gar nicht”, so der Epidemiologe.

Immunologe Carsten Watzl sehe den Einsatz des spezifischen Omikron-Impfstoff im Herbst, “wenn man dann die vulnerablen Gruppen oder die Menschen im Gesundheitswesen ein viertes Mal impft.”

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