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Corona-Sommer 2022? Droht uns die “Sommerwelle”?

Zum 20. März diesen Jahres werden die Corona-Einschränkungen weitestgehend aufgehoben. Nur die Basisschutzmaßnahmen wie die Maskenpflicht in öffentlichen Innenräumen und öffentlichen Verkehrsmitteln, das Abstandsgebot und auch die allgemeinen Hygienevorgaben bleiben bestehen. Die Freude bei vielen, die das Leben vor Corona vermissen, ist groß. Doch nur weil die geltenden Beschränkungen aufgehoben wurden, ist die Pandemie noch nicht vorbei. Was erwartet uns?

Lauterbach und Drosten warnen vor einer erneuten Welle im Sommer.

Im Sommer könnte die Zahl der Neuinfektionen wieder in die Höhe schnellen. Davor warnen der Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach und der Top-Virologe Christian Drosten. “Ich teile die Sorge vieler Wissenschaftler: wir müssen mit einer Sommerwelle rechnen.”, so der SPD-Politiker gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe

Die Virus Varianten Delta und Omikron verlieren nicht an ihrer Infektiosität und die Kombination aus aufgehobenen Schutzmaßnahmen und vielen Zusammenkünften bei gutem Wetter, werden voraussichtlich steigende Infektionszahlen begünstigen.

Lauterbach forderte deshalb in der tagesschau: “Es sollte möglich sein, Obergrenzen für private Treffen und öffentliche Veranstaltungen festzulegen sowie Zutrittsregeln etwa für Gastronomie, also 2G- oder 2G-Plus-Regelungen.” Damit soll den Ländern die Möglichkeit gegeben werden entsprechend zu reagieren.

Er hält es für durchaus für möglich, dass uns das Coronavirus noch Jahrzehnte begleiten wird.

Weiterhin Maßnahmen nötig.

Deswegen ist es wichtig, auch nachdem der Großteil der Corona-Einschränkungen aufgehoben wurde, nach wie vor selbst Maßnahmen zu ergreifen. 

Drosten nennt zwei Gründe dafür, warum die Pandemie trotz aufgehobener Einschränkungen auch im Sommer noch nicht vorbei sein wird.

Zum einen liegt es an der geringen Impfquote, die Deutschland im Ländervergleich hat. Aktuell sind in Deutschland 75,5 Prozent, also ca. 62,8 Millionen Menschen vollständig gegen Covid-19 geimpft. Nur 57,1 Prozent, ungefähr 47,5 Millionen, haben bereits eine Auffrischungsimpfung (Booster-Impfung)  erhalten. Für eine Herdenimmunität ist dieser Wert nicht ausreichend. 

Als zweiten Grund nennt er die hohe Infektiosität der Omikron Variante. Diese trieb in Südafrika im vergangenen Sommer die Zahlen der Neuinfektionen explosionsartig in die Höhe. 

Deshalb mahnt der Virologe zur Achtsamkeit. Auch im Sommer wird man sich schnell anstecken können. Als weiterhin effizienteste Maßnahme zur Eindämmung der Infektionen nennt der Virologe das Tragen von FFP2-Masken, vor allem in Innenräumen.

Die neue Haupteigenschaft der Pandemie. 

Entsprechend benennt Drosten eine neue Haupteigenschaft der Pandemie, die es einzudämmen gilt: die Übertragbarkeit. Dadurch, dass Omikron eine sehr infektiöse Variante ist, gilt es die Übertragung zu verhindern. 

Grund für diese hohe Übertragbarkeit ist der Omikron-Subtyp BA.2, welcher noch einfacher zu übertragen ist und sich auch immer schneller verbreitet als der Subtyp BA.1. Laut Stichproben, die das Robert-Koch-Institut (RKI) von positiven Befunden entnommen hat, macht dieser Subtyp aktuell schon rund 38% der Infektionen aus. Tendenz steigend.

“Die Pandemie ist nicht vorbei, wenn durch die Impfung die Krankheitsschwere abgeschnitten ist, sondern erst, wenn durch bestimmte Modifikationen in der Bevölkerung auch die hohe Übertragbarkeit beendet ist.”, so Drosten in seinem Podcast.

Schleimhautimmunität als Schlüssel zur Beendigung der Pandemie.

Die Immunität muss bereits vor der Infektion greifen. Der Virologe sieht in wiederholten Infektionen die Möglichkeit, dass ähnlich wie bei der saisonalen Grippe, eine Immunität der Schleimhäute gegen den Erreger aufgebaut wird. Das bedeutet, dass das Immunsystem schon beim Eindringen des Erregers in den Körper aktiv wird und den Angriff abwehrt. Diese würde das Infektionsgeschehen stark hemmen oder sogar gar ganz beendet, da das Virus dann auch nicht mehr so leicht weitergegeben werden kann.

“Der Erwerb von natürlichen Infektionen, vor allem in der geimpften jüngeren Bevölkerung über die Zeit, ist der Schlüssel zur Beendigung der Pandemie.”, so der Top-Virologe. 

Explizit ausgeschlossen sind hiervon Ungeimpfte und Risikogruppen. Wegen ihres höheren Risikos für schwere Verläufe und Langzeitfolgen, wie Long COVID, müssen sie auch weiterhin vor einer Ansteckung geschützt werden. Risikogruppen kann etwa der vorrangige Zugang zu antiviralen Medikamenten, wie dem kürzlich zugelassenen Paxlovid, gesichert werden. 

Nach Sommerwelle auch wieder Winterwelle.

Eine nachhaltige Schleimhautimmunität braucht ein paar Anläufe, weshalb sich diese Methode der Immunisierung vermutlich über Jahre erstrecken wird. Aufgrund dessen ist auch nach dem Sommer wahrscheinlich mit einer Winterwelle zu rechnen.

Drosten sagt voraus, dass durchaus auch im Winter 2022 eine erneute Welle von Infektionen möglich ist. Das liege daran, dass Omikron sehr wahrscheinlich auch im Winter noch die vorherrschende Variante sein wird, was nicht unbedingt zu einer schweren Krankheitslast in der Gesellschaft führen wird, aber zu massenhaften Arbeitsausfällen.  

Regelmäßig Selbsttests und auch Tests in Unternehmen, Schulen oder vor Veranstaltungen sind eine sinnvolle Maßnahme, um die Sommerwelle und auch weitere Wellen frühzeitig zu erkennen, abzubremsen oder sogar vorzubeugen. Wir unterstützen Sie dabei an zahlreichen Standorten deutschlandweit.

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