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Deltakron – Warum die neue Mutante für Verwirrung sorgt.

Bereits Anfang Januar berichteten Medien von einer neuen Coronamutante, die Elemente aus der Delta- und der Omikron-Variante in sich vereinigte. Wenige Tage später kam die gegenteilige Meldung, bei der entdeckten Gensequenz handle es sich vermutlich um einen Laborfehler. Nun wurden wiederum Fälle einer Deltakron getauften Variante in Großbritannien gemeldet. Wie es dazu kam und was über die Mutation bekannt ist. 

Unklarheiten um die zypriotische Deltakron Variante.

Mischtypen aus aktuell grassierenden Coronavarianten sind eine Art Damoklesschwert, mit dem Virologen ständig rechnen. Man spricht fachlich von einer Reassortierung. 

Patient 0 hätte sich zuvor mit beiden Virustypen angesteckt. Diese treffen nun beim Versuch, sich zu vermehren, in einer Zelle aufeinander. Beim Vermehrungsprozess gerät das Erbgut der Varianten durcheinander. Das Ergebnis sind Mischviren

Und eben eine solche Variante glaubte Leondios Kostrikis, ein zypriotischer Wissenschaftler, am 7. Januar 2022 entdeckt zu haben, als er bei einer Sequenzierung mehrere SARS-CoV-2-Genome identifizierte, die Elemente von sowohl Delta als auch Omikron enthielten. 

Noch am selben Abend stellten er und sein Team ihre Entdeckung einem Fachpublikum zur Begutachtung zur Verfügung. 

Wenige Tage später griff die Presse das Thema auf. Der Finanznachrichtendienst Bloomberg berichtete über die neue Variante. 

Die Fachwelt reagierte umgehend. In Social Media und der Presse mehrten sich die Einschätzungen, dass es sich bei den Sequenzen eben nicht um eine neue Variante, sondern um eine im Labor entstandene Verunreinigung der Proben handle. 

Drosten gibt keine Entwarnung.

Nach dem anfänglich hohen Interesse der Öffentlichkeit war die neue Variante damit erst einmal vom Tisch. 

Wortwörtlich, denn Kostrikis nahm seine Befunde wegen des unerwarteten medialen Hypes aus dem Netz und beendete damit die Begutachtung durch Kollegen vorzeitig, so dass kein abschließendes Ergebnis vorliegt. 

Virologe Christian Drosten warnte kurz darauf dennoch im Deutschlandfunk vor der Möglichkeit von Rekombinationen aus Delta und Omikron. Mit den hohen Coronazahlen in Europa, stieg auch das Risiko einer neuen Reassortierung und damit einer neuen Coronamutante.

Besonders gefährlich würde es, laut Drosten, sofern das Virus „das Spike-Protein des Omikron-Virus trägt, um weiterhin diesen Immunvorteil zu genießen, aber den Rest des Genoms des Delta-Virus hat“.

Das Virus wäre in diesem Fall ähnlich ansteckend wie Omikron, wobei es gleichzeitig für die schweren Verläufe der Delta-Variante sorgen könnte.

Bei der hohen Zahl älterer Personen, den noch immer hohen Quoten von Impfverweigerern und den Öffnungsplänen zum Freedom Day wäre das eine hochgefährliche Mischung. 

Deltakron in Großbritannien entdeckt.

Wirklich überrascht dürfte aus der Fachwelt daher niemand mehr gewesen sein, als die britische Gesundheitsbehörde UK Health Security Agency (UKHSA) Mitte Februar schließlich meldete, dass eine Kreuzung der Delta-Variante und der Omikron-Variante in Großbritannien bei 32 Fällen festgestellt worden sei. 

Noch ist wenig über die neue Variante bekannt, weder wie ansteckend sie ist, wie gut Impfstoffe wirken und wie schnell sie sich verbreitet. 

Gefasst ist man daher auf alles. General Carsten Breuer, der Leiter des Corona-Krisenstabs im Kanzleramt, erklärte, dass es sich dabei um „ein mögliches Worst-Case-Szenario“ handeln kann. Es sei „nicht das wahrscheinlichste, aber das schlimmste Szenario, auf das wir uns aber vorbereiten müssen“, so Breuer gegenüber der Wirtschaftswoche.

Experten sehen aktuell keinen Handlungsbedarf. Erste Zahlen aus Großbritannien geben jedoch vorsichtig Entwarnung. Die nach wie vor sinkenden Fallzahlen deuten darauf hin, dass sich die neue Variante nicht deutlich stärker ausbreitet als die bisherigen. Zwar kam es ab Mitte Dezember zu einem rapiden Anstieg der Infektionen, Anfang Januar wurde mit über 200.000 Neuinfektionen am Tag der bisherige Höchststand erreichte. Seit dem sind die Neuinfektionen jedoch stark rückläufig. Auch Deltakron scheint diesen Abwärtstrend aktuell nicht zu stören.

Entsprechend äußerten sich interne Quellen der UKHSA gegenüber MailOnline. Man sei nicht allzu besorgt über die neue Variante, behielte sie jedoch im Auge. 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) setzte die neue Variante inzwischen auf die Beobachtungsliste. 

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