pulse 1Corona Antigentest

Genesenenzertifikat nach Schnelltest oder Antikörpertest?

Die Corona-Zahlen in Europa sind hoch, die Testkapazitäten begrenzt. In ihrem Beschluss vom 22.02.2022 teilte die EU Kommission mit, dass künftig auch Alternativen zum PCR-Test für den Nachweis der COVID-19-Infektion für den Genesenenstatus anerkannt werden sollen. Die Regelungen für Deutschland weichen jedoch ab.

Welche Änderungen zum Nachweis des Genesenenstatus hat die EU Kommission beschlossen? 

Auch Antigen-Schnelltests, die von qualifizierten Personal durchgeführt wurden, können zukünftig als Nachweis einer Coronainfektion akzeptiert werden, so der Beschluss der EU Kommission. Sogar rückwirkend könnten Ergebnisse berücksichtigt werden, wenn diese von einer anerkannten Stelle erhoben wurden.

Laut EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides könne so ein Teil des erheblichen Drucks auf die nationalen Screening-Kapazitäten gelindert werden.

Hintergrund dieses Beschlusses ist der enorme Anstieg der europaweiten Infektionszahlen mit dem Covid-19 Virus seit Januar, die die PCR-Testkapazitäten einiger EU-Mitgliedstaaten an ihre Grenzen brachte. Um diese zu entlasten, wurde die EU-Verordnung 2021/953, die die Ausstellung, Überprüfung und Anerkennung von Covid-19-Zertifikaten innerhalb der EU-reguliert, nun angepasst. 

Allerdings berücksichtigt der Beschluss auch die unterschiedlichen PCR-Testkapazitäten der Mitgliedstaaten und stellt ihnen frei, ob sie diese Änderungen in ihren nationalen Teststrategien umsetzen möchten. Im Amtsblatt heißt es dazu: “Die Ausstellung von Genesungszertifikaten nach einem positiven Ergebnis eines Antigen-Schnelltests sollte daher fakultativ bleiben.”

Deutschland sieht aktuell keinen Handlungsbedarf

Über 2 Mio. PCR-Tests führen Labore in Deutschland bundesweit jede Woche durch. Zwar brachten die schnell steigenden Zahlen kürzlich einige von ihnen an den Rand ihrer Kapazitäten, ein Probenrückstau, wie befürchtet, wurde jedoch nicht verzeichnet. 

Dennoch hat die Bundesregierung zwischenzeitlich eine Priorisierung von sogenannten vulnerablen Gruppen, beispielsweise Risikopatient*innen oder Mitarbeiter*innen von Pflegeeinrichtungen, beschlossen. Personengruppen, für die das  PCR-Testergebnis besonders wichtig ist, können es dadurch auch bei großem Andrang schnell erhalten. Bei einem negativen Befund können sie schneller wieder ihrem systemrelevanten Beruf nachgehen, oder im Fall von Risikopatienten bei einem positiven Befund mit der vorsorglichen Medikation gegen schwere Verläufe beginnen. 

Den neuen Beschluss der EU-Kommission umzusetzen, ist hingegen aktuell nicht geplant. Das Gesundheitsministerium schreibt dazu: “Die Änderung der EU-Verordnung hätte “keine Auswirkung auf die Anforderungen eines Genesenennachweises […]. Derzeit ist für die Ausstellung die Vorlage eines PCR-Testes erforderlich.”

Ein positiver Antigen-Schnelltest reicht nicht aus, um den Genesenenstatus zu erhalten. 

Allerdings hat eine Person nach einer positiven Testung mittels Antigen-Schnelltest einen Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test zur Bestätigung des Ergebnisses. Bei hohen Inzidenzen kann es bei öffentlichen Stellen hier zu Wartezeiten kommen. Um Lagerkapazitäten freizuhalten, wird Patienten sogar von einer zusätzlichen Testung abgeraten. Am Ende fehlt dem Betroffenen dann jedoch der notwendige Nachweis seiner Infektion. 

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann selbst aktiv werden und in einem privaten Labor einen PCR-Test beauftragen. PCR-Tests, die Sie in einer der deutschlandweiten Teststation von Coronatest.de  durchführen lassen, erfüllen die notwendigen Voraussetzungen, um im Falle des Nachweises einer Infektion im Genesenenachweis anerkannt zu werden. Das Testergebnis erhalten Sie in 98 % der Fälle in 24 – 36 Stunden, oder mit dem Express PCR sogar schon in 30 Minuten.

Auch Antikörpertests werden nicht anerkannt

Wer eine überstandene Corona-Infektion nicht per PCR-Test nachweisen kann, hat aktuell keine Möglichkeit, nachträglich den Nachweis zu erhalten. 

Selbst die EU-Kommission sieht derzeit die Grundlage nicht gegeben, vergangene Infektionen über den Antikörpernachweis anzuerkennen. Eines der Probleme dabei besteht in der unterschiedlichen Abbaurate von Antikörpern von Person zu Person. Es kann nicht genau nachvollzogen werden, wie lange die Infektion zurückliegt. Daher lässt sich der Geltungszeitraum für den Genesenennachweis aus dem Ergebnis nicht ableiten. 

Wer dennoch wissen möchte, ob er bereits Antikörper aufweist, kann einen Antikörpertest bei einem privaten Testanbieter  durchführen lassen. 

Was bedeutet das für Betroffene?

Wer einen Genesenen Nachweis benötigt, der sollte sich bei Verdacht auf eine Corona Infektion selbst dafür Sorge tragen, dass ein PCR-Test durchgeführt wird.  bundesweit

Für Personen die bereits geimpft sind, kann der Genesenenstatus dann relevant werden, wenn das Impfzertifikat nach dem Zeitraum von 9 Monaten (270 Tagen) für Reisen innerhalb der EU abläuft. Innerhalb Deutschlands gibt es aktuell keine Begrenzung der Gültigkeit. 

Wer bereits geimpft und geboostert ist, für den ist die neue Regelung nicht relevant. Für vollständig Geimpfte gilt das Impfzertifikat als Nachweise der Immunität und ist nach aktuellem Stand unbegrenzt auch für Reisen in das EU-Ausland gültig. Ein zusätzlich eingetragener Genesenenstatus bringt daher keine Vorteile. Geimpft oder genesen wird sowohl in der 2G als auch der 3G Regelung gleichwertig behandelt. Der PCR-Test dient in diesem Fall nur der Bestätigung der Infektion und gegebenenfalls dazu die Virusvariante zu bestimmen. 

Sollten die Fallzahlen jedoch noch weiter steigen kann sich auch diese Regelung schnell ändern. Die EU-Kommission sieht die dynamische Handhabung der Regel sogar explizit vor:

“Entsprechend könnten die Mitgliedstaaten in Zeiten hoher SARS-CoV-2-Infektionszahlen und einer daraus resultierenden hohen Testnachfrage oder eines Mangels an [PCR-Testkapazitäten] Genesungszertifikate auch auf der Grundlage von Antigen-Schnelltests ausstellen und später zur Ausstellung von Genesungszertifikaten ausschließlich auf der Grundlage von [PCR-Tests] zurückkehren, sobald die Infektionszahlen zurückgehen.”

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