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PoC-NAT-Test – eine Alternative für PCR-Tests?

Die Bund-Länder-Runde einigte sich Ende Januar 2022 auf die Priorisierung von PCR-Tests. Dies sorgte bei vielen Menschen für Unsicherheiten und löste Kritik aus. Der Städtetag fordert mehr Geld für PoC-PCR-Tests.

Was sind PoC-NAT-Tests bzw. PoC-PCR-Tests? 

Mit dem PoC-NAT-Test können Infektionen mit dem Coronavirus direkt nachgewiesen werden. Der Name PoC-NAT setzt sich aus den Begriffen PoC (Point of Care) und NAT (Nukleinsäureamplifikationstechnik) zusammen. 

Point of Care bedeutet, dass die Testproben “im Rahmen der medizinischen Versorgung vor Ort” angewendet und ausgewertet werden. Sie müssen im Gegensatz zu einem PCR-Test nicht in ein Labor geschickt werden. Das Testergebnis ist trotzdem relativ sicher und ist innerhalb kurzer Zeit verfügbar. Deshalb werden die Tests bisher oft in Notaufnahmen oder Ambulanzen eingesetzt, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Auch für den Einsatz bei Reisen können die Tests laut Bundesgesundheitsministerium (BGM) sinnvoll sein, sofern sie von der Fluggesellschaft und im jeweiligen Land anerkannt werden.

Der PoC-NAT-Test beruht dann auf einer Nukleinsäureamplifikationstechnik (NAT), mit der eine Vervielfältigung des SARS-CoV-2 Erbguts stattfindet. So kann man eine Infektion mit dem Coronavirus nachweisen, auch bei einer geringen Anzahl von Erregern.

Auch der PCR-Test (polymerase chain reaction) beruht auf der Technik der Nukleinsäureamplifikation, deshalb wird der PoC-NAT-Test auch oft PoC-PCR-Test genannt. Die beiden Begriffe haben aber die gleiche Bedeutung.

Wie genau sind die PoC-NAT-Tests?

Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung seien PoC-NAT-Tests ähnlich genau (Spezifität) wie PCR-Tests, sodass sie das gewünschte Virus nachweisen, nicht andere Erreger. Zudem müsse ein PoC-NAT-Testergebnis nicht zusätzlich durch einen PCR-Test in einem Labor bestätigt werden.

Im Vergleich zu PCR-Tests sei die Empfindlichkeit beziehungsweise Sensitivität der PoC-NAT-Tests etwas geringer. Daher bestehe etwas öfter die Möglichkeit eines falsch-negativen Ergebnisses, sodass die getestete Person in Wirklichkeit mit dem Coronavirus infiziert sei, der Test aber ein negatives Ergebnis anzeigen würde. 

Wenn das negative Ergebnis angezweifelt werde, so die BZgA, gebe es eine Wiederholung des Tests mit einem PCR-Test im Labor. Im Bezug auf Risikopatient:innen, also Personen, die durch eine Corona-Infektion ein Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben, werde ein PCR-Test bevorzugt. Der PCR-Test gilt seit Beginn der Pandemie als “Goldstandard” unter den Corona-Tests.

Laut der Internetseite des Bundesgesundheitsministeriums biete sich eine PoC-NAT-Testung “aufgrund der guten Spezifität (wenig falsch-positive Testergebnisse) zur schnellen Verifizierung positiver Antigen-Schnelltests bei asymptomatischen Personen an, falls dies notwendig sein sollte (beispielsweise zur Aufrechterhaltung der Arbeitsfähigkeit medizinischer Einrichtungen).”

PoC-NAT-Tests zur Einzelmessung

Dem SWR erklärte Matthias Orth, der ärztliche Direktor des Instituts für Labormedizin am Stuttgarter Marienhospital, dass die PoC-NAT-Tests nur in Einzelfällen eine Alternative zum PCR-Test darstellen würden, “weil wir einfach einen riesengroßen Bedarf haben und viele dieser Schnelltests einfach nur für Einzelmessungen ausgelegt worden sind.” So sei mit einem Gerät keine Auswertungen von mehreren Proben zeitgleich möglich.

Forderungen des Städtetags

Durch die hohen Infektionszahlen wurden in Deutschland in den letzten Wochen die PCR-Tests knapp. Dies führte bei einer Bund-Länder-Runde zu dem Entschluss, die PCR-Tests für bestimmte Gruppen zu priorisieren. Dies sind Corona-Risikogruppen und Beschäftigte im medizinischen und pflegerischen Bereich.

Der Deutsche Städtetag forderte deshalb die Aufstockung von PoC-PCR-Tests zur Erweiterung der bisherigen PCR-Kapazitäten und begründete dies mit schnellen Ergebnissen ohne Laborauswertung

Ende Dezember 2021 wurde die Coronavirus-Testverordnung (TestV) angepasst, sodass auch Apotheken die PoC-NAT-Tests anbieten können. Markus Lewe, Präsident des Städtetags erklärte der dpd, dass dafür “aber auch die Finanzierung für diese Tests verbessert werden” müsste. Die Tests wären für Apotheken ein Minusgeschäft, sie würden mit ihren 38€ – 30 Euro pro Test plus acht Euro pro Abstrich – die Materialkosten kaum abdecken.

Förderung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)

Am 23. Dezember 2021 veröffentlichten das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWi) im Bundesanzeiger eine “Richtlinie für die Bundesförderung von Produktionslagen für PoC-NAT-Schnelltestgeräte und für die dazu notwendigen Testkartuschen zum Nachweis von SARS-CoV-2”.
Das Bundesförderungsprogramm soll zwei Zielen dienen. Zum einen sollen in Deutschland zusätzliche Produktionskapazitäten aufgebaut werden, um die Produktion der benötigten PoC-NAT-Schnelltestgeräte und den dazugehörigen Testkartuschen zu erhöhen. Zum anderen sollen dadurch die “bisherige nationale und europäische Importabhängigkeiten” reduziert werden. Dies diene sowohl zum Schutz der Bevölkerung als auch zur Stärkung der Volkswirtschaft.

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