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Omikron BA.2 breitet sich aus – was wir über den Corona-Subtyp wissen

Nach der Coronavirus-Variante Omikron B.1.1.529, die im September 2021 zum ersten Mal entdeckt wurde, fanden Wissenschaftler:innen nun eine Subvariante des Virus – Omikron BA.2. Die Variante breitet sich aktuell weltweit aus. Doch was ist bisher über sie bekannt? Ist sie ansteckender? Kann man sich öfter infizieren? Wir haben die aktuellen Informationen zusammengetragen.

Entstehung und Entdeckung

Der neue Subtyp der Virusvariante hat in Dänemark bereits einen maßgeblichen Einfluss auf das Infektionsgeschehen und auch in Großbritannien treten gehäuft Infektionen mit BA.2 auf. In Deutschland sind bisher erst vereinzelt Fälle nachgewiesen worden. Laut Robert Koch-Institut (RKI) liege der Anteil der BA.2 Variante in Deutschland in Kalenderwoche 3 bei 5,1 %.

Das RKI berichtet in seinem Wochenbericht über den kontinuierlich wachsenden Anteil der BA.2 Variante in verschiedenen Ländern. Eine dänische Haushaltsstudie solle darauf hinweisen, dass BA.2 leichter übertragbar sei als die BA.1 Variante. Zu begründen wäre dies mit immunevasiven Eigenschaften der BA.2 Variante.

Entdeckt wurde die Variante allerdings schon im Dezember 2021 in Südafrika, Australien und Kanada. Der Experte für Virusevolution vom Biozentrum Basel, Richard Neher, erklärt die Variante folgendermaßen: „Die BA.2-Variante zweigt mehr oder weniger auf halbem Weg zwischen BA.1 und Vorgängervarianten aus dem Frühjahr und Sommer 2020 ab.“

Die BA.2 und BA.1 Varianten unterscheiden etwa 20 Mutationen. Während sich zunächst die BA.1 Variante gegen die bis dahin dominierende Delta-Variante durchsetzte, verbreitet sich nun die BA.2 Variante vermehrt. 

Woher die neue Subvariante kommt, ist noch unklar. Sie sei zunächst “fälschlicherweise als ‚Tarnkappen-Mutation‘ beschrieben [worden], weil diese Variante sich nicht von Delta in dieser Mutation unterscheidet“, so Sandra Ciesek, Virologin und Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie an der Frankfurter Uniklinik. Durch verschiedene Mutations-PCRs oder Genomsequenzierungen könne zwischen den Varianten durchaus entschieden werden.

Infektiosität und Verbreitung 

Der Virologe Christian Drosten erklärte in einem Podcast des NDR mit einer Auto-Metapher den Unterschied der beiden Subtypen. Die rasante Ausbreitung der BA.1 Variante erkläre er sich damit, dass der Subtyp der Immunantwort des Körpers ausweichen könnte. „Der Motor [der BA.2 Variante], der hat schon ein paar PS mehr“, so der Virologe. Studien zufolge sei das Infektionsrisiko der Omikron BA.2 Variante deutlich höher. “Das Risiko der Weitergabe des Virus ist demnach besonders bei infizierten Ungeimpften stark erhöht, bei geimpften Kontaktpersonen allerdings verringert”, berichtete der Focus.

Die dänische Haushaltsstudie, die aktuell noch nicht von Fachleuten begutachtet wurde, zeigt neben der Erkenntnis, dass das Infektionsrisiko mit dem neuen Subtyp doppelt so hoch ist wie bei BA.1, dass die Weitergabe des Virus bei Ungeimpften stark erhöht sei, bei Geimpften jedoch nicht. Zudem sollen die Impfstoffe im Vergleich zu anderen Varianten des Coronavirus schwächer wirken. Sie sollen jedoch trotzdem gegen schwere Krankheitsverläufe, Infektionen und die Weitergabe des Virus wirken.

Krankheitsverlauf und -schwere

Laut RKI gebe es in Anbetracht der klinischen Charakteristik aktuell keine Anhaltspunkte auf einen Unterschied der Infektionen mit BA.1 und BA.2. Die Symptome der beiden Varianten sollen sich sehr ähnlich sein.

Die beiden Virologen Christian Drosten und Klaus Stöhr stellten beide fest, dass es keine Hinweise darauf gebe, dass es durch den neuen Subtyp zu einem schwereren Krankheitsverlauf komme. Noch gibt es allerdings keine klinischen Daten dazu.

Auf Twitter ist sich er Virologe Carsten Watzl sicher, dass sich BA.2 in Deutschland durchsetzen werde und die Omikron-Welle verlängern könnte

Reinfektion und Impfschutz

Eine Reinfektion mit Omikron ist prinzipiell möglich. Man kann also an der BA.2 Variante erkranken, auch wenn man schon mal mit dem Vorgängervirus des Subtyps infiziert war. Noch gibt es allerdings keine Daten, die darüber berichten, wie oft eine Reinfektion geschieht. 

Auch wenn man gegen das Virus vollständig geimpft wurde und sich dennoch mit Omikron infizierte, baue der Körper zwar eine vorübergehende Immunität auf. Doch könne man keine Prognose darüber treffen, wie groß die Immunantwort des Individuums sein wird, so berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND)

Auch dürfen die vorherigen Virusvarianten nicht außer Acht gelassen werden. Jemand, der sich mit Omikron infiziert hat, kann sich beispielsweise zu einem späteren Zeitpunkt trotzdem noch mit der Delta-Variante infizieren, erklärte die Virologin Prof. Ulrike Protzer dem RND.

Zwar könne laut RND auch nach der Booster-Impfung, also der dritten Impfung gegen das Coronavirus, eine Durchbruchinfektion stattfinden, dennoch sei das Risiko dafür geringer als nach der Zweitimpfung.

Prognose

Sieht man sich die Daten unserer Nachbarländer an, wird klar: Seit der Entdeckung ist Omikron vorherrschend. In Dänemark wurde der Subtyp Mitte Dezember festgestellt und ist nun für den Großteil der Erkrankungen verantwortlich. Die rasante Verbreitung zeigt sich auch in Großbritannien, Indien oder Südafrika. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtete, dass BA.2 bereits in 57 Staaten nachgewiesen wurde. In Deutschland wird deshalb in den kommenden Wochen auch ein schneller Anstieg vermutet. Aktuell werden wichtige Daten gesammelt, um Erkenntnisse über die Auswirkungen der Omikron-Welle zu erlangen.

Am 16. Februar 2022 steht ein Treffen der Bund-Länder-Runde an. Dort soll über die aktuellen Corona-Regeln gesprochen werden. Janosch Dahmen, Gesundheitspolitiker der Grünen, hält Lockerungen der Corona-Maßnahmen im aktuellen Kontext für unwahrscheinlich. „Alles, was wir bislang über BA.2 wissen, legt nahe, dass die Infektionszahlen möglicherweise noch nicht im Februar zurückgehen werden”, so Dahmen.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach rechne mit dem Höhepunkt der Infektionszahlen Mitte beziehungsweise Ende Februar.

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