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Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Booster-Impfung ab 12 Jahren

Am 17. November 2021 sprach die Ständige Impfkommission (STIKO) ihre Empfehlung für Booster-Impfungen ab 18 Jahren aus. Seit dem 13. Januar 2022 können sich auch Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren mit der Empfehlung des Gremiums boostern lassen. Für die 12- bis 17-Jährigen, die sich seit Mitte August 2021 mit Empfehlung der STIKO gegen das Coronavirus impfen lassen können, bedeutet das wieder ein Stück mehr Sicherheit und ein Schritt hin zur Normalität. 

Die Empfehlung wurde als Beschlussentwurf an die Bundesländer und beteiligten Fachkreise weitergetragen. Diese können noch Änderungen vornehmen, die Empfehlung ist also noch nicht endgültig. Bald könnte sich auch die Frage nach dem Booster für Fünf- bis Elfjährige stellen. Für diese Altersgruppe besteht derzeit nur eine Empfehlung für vorerkrankte Kinder, doch auch bei gesunden Kindern ist die Impfung auf individuellen Wunsch hin möglich.

Gründe für die Empfehlung

Bei der Ständigen Impfkommission handelt es sich um ein unabhängiges Expertengremium, das seit 1972 existiert. Ihre Tätigkeiten werden durch das Robert-Koch-Institut (RKI) koordiniert und unterstützt. Die Kommission entwickelt Impfempfehlungen bezüglich des Nutzens für Individuen und die Gesamtbevölkerung, die auf der Auswertung internationaler Daten und Studien basieren. Empfehlungen der STIKO gelten als medizinischer Standard, so das RKI.

Die STIKO begründet die Empfehlung mit der sich rasant ausbreitenden Omikron-Variante des Coronavirus. Sie gehe davon aus, dass dies Folgen für das deutsche Gesundheitssystem haben werde, weshalb die Impfkampagne ausgeweitet werde. Auch in der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen nehme der Impfschutz durch die aktuell verfügbaren Impfstoffe nach einigen wenigen Monaten ab, so die STIKO.

Weiter schreibt sie in ihrer Pressemitteilung: “Zudem ist die Wirksamkeit der Impfung im Hinblick auf die Verhinderung von symptomatischen Infektionen durch die Omikron-Variante im Vergleich zu Delta-Infektionen deutlich reduziert. Durch eine Auffrischimpfung (3. Impfung) wird der Impfschutz wieder verbessert und auch die Übertragungswahrscheinlichkeit von SARS-CoV-2-Infektionen reduziert.”

Die Empfehlung der STIKO verfolge zwei Ziele: zum einen soll die exponentielle Ausbreitung des Virus abgeschwächt werden, zum anderen sollen schwere Krankheitsverläufe reduziert werden. Deshalb rufe die Kommission immer noch dringend alle ungeimpften Personen dazu auf, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen.

Nach aktuellem Kenntnisstand soll die Omikron-Variante mit milderen Krankheitsverläufen einhergehen, doch gleichzeitig höchst ansteckend sein. Die Tagesschau berichtet von schnell ansteigenden Krankenhauseinweisungen bei Kindern durch Omikron. Viele davon seien nicht geimpft.

Wie soll die Auffrischungsimpfung ablaufen?

Die Kinder und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren sollen eine angepasste Dosis (30 µg) des mRNA-Impfstoffs Comirnaty von BioNTech/Pfizer erhalten. Ein Zeitraum von mindestens drei Monaten zur vorangegangenen Impfung muss beachtet werden.

In ihrer Pressemitteilung betont die STIKO den Hinweis zur limitierten Datenlage zur Effektivität und Sicherheit der Booster-Impfung in der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen. Zudem wird auf ein geringes Risiko für schwere Impfnebenwirkungen verwiesen. Es werde erwartet, dass die Impfreaktionen denen nach der zweiten bzw. dritten Impfung bei 18- 25-Jährigen ähnelt. 

Booster für Jugendliche waren bereits möglich

Die Empfehlung der Ständigen Impfkommission trägt damit zu einer einheitlichen Vorgehensweise bei. Bisher handhabten die Bundesländer die Auffrischungsimpfung bei 12- bis 17-Jährigen in eigenem Ermessen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach äußerte sich im Dezember zur Situation und stellte klar, dass diese Altersgruppe auch “unabhängig von den Empfehlungen” der Ständigen Impfkommission Auffrischungsimpfungen beanspruchen könne. Ein Versorgungsanspruch bei möglichen Impfschäden sei garantiert, sofern ein ein mRNA-Impfstoff verwendet wurde, der für die Personengruppe “grundsätzlich zugelassen” war.

Die Lage in den USA

In den USA hatte die örtliche Arzneimittelbehörde FDA bereits Anfang Dezember ihre Booster-Empfehlung auf 16- und 17-Jährige ausgeweitet, obwohl keine Daten für diese Altersgruppe vorlag. Die 16- und 17-jährigen Jugendlichen würden sich seitdem mit einer Dosis Comirnaty von BioNTech ein halbes Jahr nach ihrer letzten Impfung boostern lassen dürfen. 

In einer Pressemitteilung der FDA wird deren Forschungsleiter Peter Marks zitiert: „Der COVID-19-Impfstoff von Pfizer-BioNTech ist seit fast einem Jahr für Personen ab 16 Jahren erhältlich, und es hat sich gezeigt, dass sein Nutzen die potenziellen Risiken deutlich überwiegt.” 

Marks geht in der Mitteilung weiterhin auf Erkenntnisse seit der ersten Zulassung ein, die einen Wirksamkeitsverlust des Impfstoffs nach der zweiten Impfdosis sowohl bei Erwachsenen als auch bei 16- und 17-jährigen Jugendlichen deutlich machten. “Eine einmalige Auffrischungsdosis des Impfstoffs für diejenigen, die mindestens sechs Monate zuvor geimpft wurden, wird dazu beitragen, dass der Schutz gegen COVID-19 in dieser und in älteren Altersgruppen erhalten bleibt„, so Marks weiter.

Am 03. Januar 2022 berichtete die Tagesschau, dass die FDA nun auch für Kinder ab zwölf Jahren Auffrischungsimpfungen empfehle. Auch sei der Zeitraum zwischen der Zweit- und Drittimpfung von sechs Monaten auf fünf Monate verkürzt worden. Für Kinder zwischen fünf und elf Jahren, die ein stark geschwächtes Immunsystem hätten, empfehle die FDA ebenfalls eine Auffrischungsimpfung.

Janet Woodcock, Geschäftsführende der FDA, begründete die erweiterte Empfehlung mit der Omikron-Variante, die sich rasant ausbreite. Wegen Omikron brauche es “effektive und lebensrettende Präventivmaßnahmen wie Impfungen und Booster, Maskentragen und Abstandhalten zu ergreifen, um Covid-19 effektiv zu bekämpfen.” Auch soll auf Daten aus Israel verwiesen worden sein, die gezeigt hätten, dass es für Kinder durch eine Auffrischungsimpfung keine ernsthaften medizinischen Risiken gebe.

Auffrischungsimpfung ab 12 Jahren in Österreich

In Österreich hatte das Nationale Impfgremium (NIG) am 17. Dezember 2021 die Auffrischungsimpfung für  12- bis 17-Jährige empfohlen. Anlass sei auch hier die rasante Ausbreitung der Omikron-Variante. Aktuell könne sich die Altersgruppe ab dem sechsten Monat nach der zweiten Impfung boostern lassen, aufgrund der Omikron-Mutation könne dieser Zeitraum in Zukunft auf vier Monate verkürzt werden, so berichtete der Kurier.

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