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My-Variante des Coronavirus – das müssen Sie wissen

Virusmutationen beziehungsweise -varianten sind keine Besonderheit. Auch das Coronavirus hat im Bezug auf ihren ursprünglichen Erreger, den “Wildtyp”, über 10.000 Mutationen, doch nur wenige Varianten treiben den Pandemieverlauf stark an. Die neueste Mutation trägt den Namen “My” (auch Mu, Mμ oder B.1.621). Sie wurde das erste mal im Januar 2021 in Kolumbien entdeckt.

Verbreitung

In Kolumbien weisen inzwischen 39 Prozent der Infektionen die My-Mutation auf. Laut der kolumbianischen Gesundheitsbehörde ist sie dort die dominierende Virusmutation. Marcela Maria Mercado Reyes von der kolumbianischen Gesundheitsbehörde erklärt, dass die “bisher tödlichste Welle der Corona-Pandemie” in Kolumbien der My-Variante zuzuschreiben ist. Bisher sind erst 31,4% der kolumbianischen Bevölkerung vollständig geimpft.

Obwohl die My-Variante mittlerweile in mehr als 43 Ländern nachgewiesen wurde, liegt die Verbreitung der Variante global gesehen noch bei unter 0,1 Prozent. In Deutschland wurde My erstmals Ende April in einer Stichprobe erfasst.

My – eine “Variante von Interesse”

Die Weltgesundheitsorganisation WHO listet My als “Variante von Interesse” auf, gemeinsam mit Eta, Iota, Kappa und Lambda. Das bedeutet, dass die Variante unter Beobachtung steht, allerdings noch nicht als “besorgniserregend” eingestuft wurde. 

Als besorgniserregend gelten aktuell vier Coronavirus-Varianten. Sie werden auch “Variants of Concern” oder VOC genannt.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) definiert besorgniserregende Virusvarianten als Varianten “die sich in ihren Erregereigenschaften wie beispielsweise der Übertragbarkeit, der Virulenz, oder der Suszeptibilität gegenüber der Immunantwort von genesenen oder geimpften Personen relevant von den herkömmlichen Virusvarianten unterscheiden.”

Eine der besorgniserregenden Varianten ist die Delta-Variante (B.1.617), die aktuell in Deutschland beziehungsweise in ganz Europa dominiert und insgesamt in 170 Ländern vertreten ist. Auch die Alpha-Mutation (B.1.1.7) ist derzeit weltweit verbreitet und in 193 Ländern präsent. Zudem gelten die Beta-Variante (B.1.315) und die Gamma-Variante (P.1) als besorgniserregend. 

Wie wahrscheinlich ist es, dass My in diese Kategorie hochgestuft wird? 

Die WHO erläutert: „Die My-Variante verfügt über eine Konstellation aus Mutationen, die das Risiko einer immunevasiven Eigenschaft erkennen lassen.“ Es wird also befürchtet, dass die Antikörper von geimpften und genesenen Personen durch die Mutation an Schutzwirkung verlieren. Experten nennen dies einen Immun Escape

Aktuell forschen japanische Wissenschaftler an diesem Verdacht. Sie führten eine sehr kleine Studie mit acht Genesenen und mit zehn Personen, die mit dem Impfstoff Comirnaty von BioNTech/Pfizer geimpft wurden, durch. Es wurde die Resistenz von Virusvarianten auf die Antikörper der Probanden untersucht. My besaß  im Vergleich zu anderen Varianten die höchste Antikörperresistenz. Demzufolge war die Antikörperresistenz bei Genesenen im Vergleich zum Wildtyp des Coronavirus um das 12,4-fache höher. Bei Comirnaty-Geimpften war es immer noch das 7,6-fache. Die Schutzwirkung der vorhandenen Antikörper bei einer Infektion mit der My-Variante scheint also schwächer zu sein.

Da die Studie mit so wenigen Teilnehmer:innen durchgeführt und noch nicht von unabhängigen Wissenschaftler:innen überprüft wurde, sind weitere Studien nötig.

Prognose

Zu beachten ist, dass sich eine Antikörperresistenz nicht auf eine schnellere Verbreitung auswirken muss. Der US-Epidemiologe Eric Feigl-Ding erklärt: “Ansteckung und Übertragbarkeit sind nicht dasselbe wie die Antikörperresistenz”. Auch der Leiter für Impfstoffstrategie der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA), Marco Cavaleri, kann aufgrund der aktuellen Datenbasis noch nicht sagen, “ob sich die My-Variante stark ausbreitet und ob sie eine Chance hat, die Delta-Variante als vorherrschenden Virusstamm zu überholen.“ Die My-Variante muss also weiterhin – auch in Bezug auf die Wirkung unser aktuell zugelassenen Impfstoffe – beobachtet und untersucht werden.
Sollten sich bisherige Impfstoffe gegenüber My tatsächlich als deutlich weniger wirksam erweisen, hat der Chef des Unternehmens Pfizer, Albert Bourla, immerhin eine hoffnungsvolle Botschaft: Es sei Pfizer möglich, nach der Identifizierung einer solchen Variante innerhalb von 95 Tagen einen “maßgeschneiderten” Impfstoff herzustellen.

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