Fußball-Bundesliga trotz Corona: Wer darf ins Stadion?

Mit Beginn der neuen Fußball-Saison darf auf den Rängen wieder gesungen und gejubelt werden. Denn pünktlich zum Saisonstart der Bundesliga dürfen die Zuschauer in die Stadien. Doch wie viele Fans sind erlaubt? Welche Vorgaben gibt es für die Fans? Und welche Regeln gelten für die Vereine?

Wie lautet die Vorgabe der Politik?

In der Ministerpräsidentenkonferenz am vergangenen Dienstag (10. August) gab es einen klaren Beschluss: Die Stadien der Bundesligisten dürfen maximal zu 50 Prozent ihrer jeweiligen Höchstkapazität ausgelastet sein. Die Obergrenze liegt bei 25.000 Zuschauern. Zusätzlich gibt es die Vorgabe, dass am Spieltag vor dem Zutritt zum Stadion der Status eines jeden Besuchers geprüft werden muss: Zutritt erhalten nur Fans, die geimpft, genesen oder negativ getestet sind und dies nachweisen können (3-G-Regel). „Die Vorgaben orientieren sich an der Laufzeit der epidemischen Lage von nationaler Tragweite, die bis zum 11.9.2021 befristet ist“, heißt es in der Beschlussfassung. Zu einem späteren Zeitpunkt seien „bei fortschreitenden Impfungen und allgemeiner Verbesserung der pandemischen Situation weitere Erleichterungen in Richtung Normalbetrieb“ möglich.

Für die Fußballclubs ist die Rückkehr der Fans überlebenswichtig – viele Vereine würden ein weiteres Jahr komplett ohne Zuschauer kaum überstehen. Laut Aussage von FCB-Präsident Herbert Hainer habe die Pandemie dem FC Bayern München bisher einen gewaltigen Umsatzverlust in Höhe von rund 150 Millionen Euro beschert. Auch DFB-Pokalsieger Borussia Dortmund musste in der vergangenen Saison wegen Corona ein hohes Minus verschmerzen und schloss das Geschäftsjahr mit einem Rekordverlust von 72,8 Millionen Euro ab. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke appellierte deshalb nicht nur an die Politik„nicht mehr alles nur damit lösen kann, dass man den Laden abschließt“, – sondern auch an die Fans: „Wenn ihr wieder ins Stadion wollt, dann lasst euch bitte impfen.“

Sonderregeln in Köln, Dortmund und Leverkusen 

Sollen nur noch Geimpfte und Genesene ins Stadion gehen dürfen? Tatsächlich scheiden sich an dieser Frage die (Fußball-)Geister. So möchte der 1. FC Köln die Grundregel – geimpft, genesen, getestet – ab dem zweiten Heimspiel einschränken. Zum Auftakt gegen Hertha BSC am vergangenen Wochenende gehörten zu den 16.500 Stadionbesuchern auch 1.000 Fans mit einem negativen Coronatest. Dieses Kontingent soll bei der nächsten Partie gegen den VfL Bochum am 28. August nicht mehr zur Verfügung stehen. Ausnahmen gibt es  nur Kinder, Jugendliche sowie Menschen, die nachweisen können, dass sie sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen dürfen. „Impfen ist der Schlüssel zurück zu einer veränderten Normalität – ohne den wird es auf Dauer schwierig“, begründet Geschäftsführer Alexander Wehrle den Sonderweg seines Clubs. 

Die Kölner folgen dabei der Anregung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Der CDU-Politiker hatte geäußert, dass er sich für „Bereiche, die nicht zur Grundversorgung gehören“, auch einen Zutritt nur für Geimpfte oder Genesene vorstellen könne. 

Auch Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen verschärften freiwillig die Coronaregeln für Zuschauer: Unabhängig vom Inzidenzwert werden ab sofort nur Geimpfte und Genesene Zutritt zum Stadion bekommen. Ausnahmen gelten auch hier für  Kinder und Jugendliche, für die es bisher keine Impfmöglichkeit gegeben hat. Ihre Zahl auf 1000 pro Spiel begrenzt. In Leverkusen können zusätzlich auch Dauerkartenbesitzer ohne Impfung über das Kontingent Einlass bekommen. 

Wichtig: Was an diesem Wochenende gilt, kann schon am kommenden Spieltag wieder ganz anders aussehen. Egal ob in Dortmund, Frankfurt, Berlin oder in einem anderen Bundesliga-Stadion – die Fans sollten weiter aufmerksam bleiben und vor jedem Spiel schauen, wie ihr Lieblingsverein den Zugang zum jeweiligen Stadion regeln wird.

Was sind die Erfahrungen aus der Fußball-EM??

Für Deutschland war München der EM-Spielort. Bislang hatte der Freistaat maximal 20.000 Zuschauer für Großveranstaltungen zugelassen. Das soll sich jetzt ändern. Wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ankündigte, sind künftig – wie schon in den anderen Bundesländern – bis zu 25.000 Zuschauer in den Stadien erlaubt. Als Grund führte Söder die guten Erfahrungen bei der Fußball-EM an. Demnach hätten die vier Spiele der Fußball-Europameisterschaft „keinen nennenswerten Beitrag zum Infektionsgeschehen im Freistaat“ geleistet: Fünf Corona-Infektionen im Zusammenhang mit dem Besuch eines EM-Spielsseien dem Landesamt für Gesundheit gemeldet worden. Mit Public-Viewing-Veranstaltungen rund um die Spieltage wurden bayernweit 18 Corona-Fälle in Verbindung gebracht. 

Was müssen die Fans in den Stadien beachten?

Grundsätzlich liegt es in der Zuständigkeit der Clubs, individuelle Schutz- und Hygienekonzepte zu entwickeln. Diese Konzepte werden mit den zuständigen Gesundheitsbehörden vor Ort abgestimmt und von diesen genehmigt. Die Konzepte berücksichtigen die standortspezifischen Gegebenheiten. Ein bundesweit zentrales Konzept für eine Rückkehr von Fans in die Stadien kann es insofern nicht geben.

Im Großen und Ganzen erwarten die Fans aber in allen Stadien ähnliche Vorgaben. Nachfolgend ein grober Überblick: 

• Maskenpflicht: Auf dem ganzen Veranstaltungsgelände herrscht Maskenpflicht. Nur auf dem eigenen Platz darf die Maske abgenommen werden. Ausschließlich medizinische Masken sind zulässig.

• Mindestabstand: Es gilt ein Mindestabstand von mindestens 1,50 Meter zu anderen Personen. Die Einhaltung des Abstandsgebotes soll durch Besetzung der Stadionplätze im Schachbrettmuster erfolgen.

• Einlass: Eingelassen werden Stadionbesucher nur innerhalb der zugewiesenen Sektoren. In den meisten Stadien gilt die 3-G-Regelung. Geimpft, genesen, getestet. Der Nachweis muss zu Beginn der Einlasskontrolle erbracht werden. Der Testnachweis darf maximal 48 Stunden alt sein (in manchen Stadien nur 24 Stunden), Referenz ist das Veranstaltungsende. 

• Personalausweis: Sie müssen einen gültigen Personalausweis dabeihaben. Alle Tickets müssen personalisiert sein, um die Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten. Alle Ticketnutzer müssen sich mit dem Personalausweis ausweisen. 

• Rückverfolgbarkeit: Der Verein muss dokumentieren können, wer mit wem wo Platz genommen hat. Von daher gilt die Vorgabe, sich an die per Ticket vorgenommene Zuordnung zu halten.

• Essen und Trinken: Speisen und Getränke dürfen lediglich am eigenen Sitzplatz verzehrt werden.

• Toilette: Toilettengänge direkt vor Anpfiff, in der Halbzeit sowie beim Abpfiff sollten genauso vermieden werden wie das Berühren von Griffen, Geländern, etc. 

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