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Corona-Mutation: Wie bedrohlich ist die Lambda-Variante wirklich?

Noch beherrscht die hochansteckende Delta-Variante das Infektionsgeschehen in Deutschland. Doch mittlerweile hat die in Südamerika entdeckte Lambda-Variante Europa erreicht – auch in Deutschland wurden erste Fälle nachgewiesen. Droht uns mit Lambda eine Mutation, die noch gefährlicher ist als die Delta-Variante?

Wie verbreitet ist Lambda?

In Peru wurde der Stamm der Virusvariante erstmals entdeckt. Dem peruanischen Gesundheitsamt zufolge dominierte sie zwischenzeitlich mit über 80 Prozent der gemeldeten Fälle das Infektionsgeschehen im Land und war auch in weiten Teilen Lateinamerikas dominant. Meldungen zufolge wird sie aber nach und nach verdrängt von der brasilianischen Gamma-Variante. Zwar wurde Lambda mittlerweile in 40 Ländern nachgewiesen und ist nun auch in Europa angekommen, spielt hier bisher aber keine große Rolle. In Deutschland wurde laut einem aktuellen Bericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) in gerade mal 0,1 Prozent der Proben der letzten Wochen die Lambda-Variante nachgewiesen – in absoluten Zahlen sind es bisher 101 bestätigte Fälle (Stand 12.08.2021). Allerdings hatte auch die Delta-Variante ursprünglich mit minimalen Fallzahlen begonnen: Der Anteil betrug bis Anfang April ebenfalls nur 0,1 Prozent in Deutschland.

Wie sind die Symptome bei einer Erkrankung?

Der peruanische Mikrobiologe Pablo Tsukayama sagte gegenüber der „BBC“, dass bei Lambda die gleichen Symptome wie auch bei anderen Virus-Varianten gemeldet wurden – also Husten, Fieber, Schnupfen sowie der Geruchs- und Geschmacksverlust. Er erwähnte außerdem, dass einige Ärzte von Darmproblemen der Patienten berichteten. Obwohl bereits vor einem Jahr die erste Infektion mit der Lambda-Variante des Coronavirus in Peru nachgewiesen wurde, wissen wir aber noch vergleichsweise wenig über diese Variante.

Gehört Lambda zu den „besorgniserregenden Varianten“?

Bis zum 13. Juli listete die Weltgesundheitsorganisation WHO elf Varianten des Corona-Virus auf. Vier davon gehören zu den „Variants of Concern“, den sogenannten besorgniserregenden Varianten, weil sie nachweislich ansteckender sind und zu schwereren Krankheitsverläufen führen können. Bei den „Variants of Interest“ ist die Studienlage rund um diese Mutationen noch nicht ausreichend.

• Die Besorgniserregende Varianten heißen Alpha (erstmalig aufgetreten in England), Beta (Südafrika), Gamma (Brasilien) und Delta (Indien). Die Delta-Variante dominiert seit Ende Juni 2021 die Infektionen in Deutschland.

• Zu den unter Beobachtung stehende Varianten gehören sieben weitere:  Epsilon (USA), Zeta (Brasilien), Eta (Angola), Theta (Philippinen), Iota (USA), Kappa (Indien) und Lambda (Peru).

Warum gilt Lambda plötzlich als gefährlich?

Die größte Gefahr bei Viren-Mutationen ist, dass sie die Keime ansteckender macht, die Krankheit und somit auch den Verlauf der Pandemie sich verschlimmert. Bei Alpha und Delta, die nacheinander die Pandemie in Deutschland bestimmt haben beziehungsweise jetzt bestimmen (Delta), ist das der Fall. Eine neue Studie aus Japan schreckte Ende Juli nun auch die Fachwelt in Bezug auf Lambda auf. Ein japanisches Forscherteam der Universität Tokio befürchtet, die Variante könnte „eine potenzielle Bedrohung für die menschliche Gesellschaft“ sein. In ihrer als Pre-Print veröffentlichten Studie kamen die japanische Wissenschaftler zu dem Schluss, Lambda könnte resistenter gegen Antikörper sein. Möglicherweise könne sich das auch auf den Schutz durch gängigen Impfstoffe wie Biontech, Moderna und Astrazeneca auswirken.

Im Labor untersuchte das Team der Universität Tokio auch das Spike-Protein, mit dem das Virus die Zellen entert. Die Wissenschaftler wiesen nach, dass die Lambda-Variante drei Mutationen aufweist. Diese Mutationen könnten möglicherweise dafür sorgen, dass die Antikörper eines geimpften oder genesenen Menschen Corona-Virus weniger gut bekämpfen können. Die Impfungen würden schlechter schützen. Zwei weitere entdeckte Mutationen der Lambda-Variante könnten zudem für eine höhere Übertragbarkeit des Virus sorgen. Wegen der Erkenntnisse aus ihrer Studie riefen die Forscher dazu auf, die WHO-Einstufung der Variante zu verändern. Denn Lambda erfülle die Kennzeichen einer „Variant of Concern“, einer besorgniserregenden Variante. Allerdings wurde die Studie bislang weder in einer Fachzeitschrift publiziert noch durch andere Forscher überprüft.

Was sagen die deutschen Experten?

Carsten Watzl ist Leiter der Forschungsabteilung Immunologie des Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund – und er sieht keinen Grund zu größerer Besorgnis. Der Immunologie-Experte glaubt zwar, dass Lambda dem Immunschutz etwas entkommen könnte. „Aber nicht so stark wie Delta!“ Zudem habe sich Lambda in Labor-Versuchen zwar etwas ansteckender als das ursprüngliche Virus erwiesen – aber eben nicht ansteckender als die Delta-Variante.  Insofern beunruhige ihn diese Variante anhand der aktuell vorliegenden Daten noch nicht. Dafür spricht auch, dass sich Lambda bisher nur dort ausgebreitet hat wo die Delta-Variante noch nicht Fuß fassen konnte Anders gesagt: Die Delta-Variante breitet sich so effizient in Deutschland und Europa aus, dass die Lambda-Variante dort wahrscheinlich keine Chance hat.

Wie gut schützen die Impfstoffe gegen Lambda?

Ein US-amerikanisches Forscher-Team hatte Anfang Juli in einer Pre-Print-Studie  Ergebnisse vorgelegt, die zu bestätigen scheinen, dass die derzeit genutzten Impfstoffe auch vor der Lambda-Variante sehr gut schützen. Virologe Jairo Méndez-Rico, Experte für Viruserkrankungen bei der WHO, sieht das genauso: „Bisher gibt es keine Hinweise auf ein aggressiveres Verhalten der Lambda-Variante“, sagte der Experte. „Alle von uns zugelassenen Impfstoffe gegen die weltweit zirkulierenden Corona-Varianten sind generell effektiv und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass sie dies bei Lambda weniger wären.“

Diese Einschätzung bestätigt eine weitere Studie aus Großbritannien: Die Untersuchung mit etwa 100.000 Menschen hatte ergeben, dass vollständig Geimpfte – auch bei der hoch ansteckenden Delta-Variante – ein dreimal geringeres Risiko haben, sich anzustecken, als Ungeimpfte. Und wer sich als vollständig Geimpfter dennoch anstecke, der erkranke meist relativ mild. Nur 1,2 Prozent der betroffenen Geimpften mussten im Krankenhaus behandelt werden. Es habe keinen Todesfall gegeben. Auch das Robert-Koch-Institut schätzt die Gefahr offensichtlich deutlich geringer ein als die Forscher aus Japan. Laut Auskunft des RKI bestehe bei Infektionen mit der Delta-Variante – ebenso wie bei anderen Varianten – „nach vollständiger Impfung ein hoher Schutz gegen Erkrankungen und schwere Verläufe!“

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