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3G-Regeln: Welche Corona-Regelungen gelten nun für ungeimpfte Kinder?

Seit Kurzem gilt vielerorts in Deutschland die sogenannte 3G-Regel. In viele Räume darf nur noch, wer geimpft, genesen oder negativ getestet ist. Die Bundesländer können diese Regel nur dann aussetzen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Landkreis stabil unter 35 Neuinfektionen liegt. Für Ungeimpfte werden Testnachweise wichtiger. Doch was ist mit Kindern und Jugendlichen, die sich in den seltensten Fällen bereits impfen lassen konnten?

Welche Auswirkungen hat die 3G-Regel?

Mit der neuen 3G-Regel bleiben zwar auch bei hohem Infektionsgeschehen alle Einrichtungen geöffnet und alle Veranstaltungen erlaubt. Trotzdem gibt es Fälle, in denen man sich als genesen, geimpft oder negativ getestet ausweisen muss – unter anderem beim Sport in Innenräumen, in Schwimmbädern, bei Friseuren, in Kinos, Krankenhäusern, Restaurants oder auch beim Besuch von Fitnessstudios und Diskotheken. Wenn Sie weder genesen noch geimpft sind, brauchen Sie einen aktuell gültigen negativen Coronatest. Antigen-Schnelltests dürfen dabei nicht älter als 24 Stunden sein, PCR-Tests nicht älter als 48 Stunden.

Neu für Hotels, Pensionen und Jugendherbergen ist nun, dass zusätzlich zu einem negativen Test, den man bei der Ankunft dabei haben muss, alle weitere 72 Stunden ein neues Testergebnis vorgelegt werden soll. Keine Rolle mehr soll die Inzidenz künftig bei Sport- und Kulturveranstaltungen spielen. Hier stehen nun immer 50 Prozent der verfügbaren Zuschauerplätze zur Verfügung. Maximal aber können 25.000 Besucher in ein Stadion. Die Grundvoraussetzungen bleiben bestehen: feste Sitzplätze, Testnachweise für Ungeimpfte, sowie kein Alkoholverkauf.

Gibt es Sonderregelungen für Kinder und Jugendliche?

Ja. Schülerinnen und Schüler gelten aufgrund ihrer Teilnahme an den verbindlichen Schultestungen als „getestete Personen“ – und Kleinkinder sind bis zum Schuleintritt auch ohne Coronatests getesteten Personen gleichgestellt. Ob sich Schüler allerdings als solche ausweisen müssen, ob sie bis zu einem gewissen Alter automatisch als Schüler gelten, oder ob sie einen Nachweis ihrer Testung brauchen, unterscheidet sich je nach Bundesland. 

Wortwörtlich heißt es etwa in der aktuellen Fassung der NRW-Corona-Schutzverordnung: „Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren gelten aufgrund ihres Alters als Schülerinnen und Schüler und benötigen weder einen Immunisierungs- oder Testnachweis noch eine Schulbescheinigung. Bei Schülerinnen und Schülern ab 16 Jahren wird der Immunisierungs- oder Testnachweis durch eine Bescheinigung der Schule ersetzt.“  

Während Kinder und Jugendliche in Bayern für eine Befreiung von der 3G-Regel ein Dokument vorlegen müssen, das den Schulbesuch beweist (zum Beispiel einen Schülerausweis oder ein Schülerticket), ist das in Nordrhein-Westfalen für unter 16-Jährige nicht nötig. Ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministerium empfiehlt allerdings Jugendlichen wegen möglicher Zweifel an ihrem Alter, ein Dokument mit einem Altersnachweis mitzuführen. In Brandenburg wiederum müssen Schüler eine von einem Erziehungsberechtigten unterschriebene Bescheinigung über ein negatives Ergebnis eines Antigen-Selbsttests vorlegen. Da es unter den Bundesländer in diesem Punkt keine einheitliche Regelung gibt, sollten Sie die jeweiligen Vorgaben für Ihr Bundesland am besten selbst überprüfen, um auf Nummer sicher zu gehen. 

Sind Corona-Tests für Jugendliche kostenlos? 

Ab 11. Oktober sind Coronatests kostenpflichtig. Der Preis soll „angemessen” sein, hatte die Regierung erklärt. Wie hoch er jedoch ausfallen wird, ist noch unklar und dürfte auch an der Nachfrage liegen. Begründung für den Beschluss: Es gebe das Angebot einer kostenlosen Impfung. Ausnahme: Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können (etwa Schwangere) sowie Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Für sie bleiben die Antigen-Schnelltests weiterhin gratis. 

Was erwartet die Schüler im Schulbetrieb?

Auch im neuen Schuljahr gibt es an den Schulen zunächst keinen Normalbetrieb wie vor Corona. Zumindest am Anfang müssen Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte weiter mit Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie rechnen. So gehört die Maske in den meisten Bundesländern zumindest in den ersten Wochen nach den Sommerferien weiter zum Schulbild. Immerhin haben die Ministerpräsidenten mehrheitlich angekündigt, Schulschließungen auch bei steigenden Corona-Inzidenzen unbedingt verhindern zu wollen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte erst kürzlich im Bayerischen Rundfunk: „Das erklärte Ziel ist: Kein Homeschooling mehr, kein Distanzunterricht mehr.“ Mit Maskenpflicht und strengen Hygienemaßnahmen, einem verstärkten Impfangebot an Schulen, dem Umsetzen einer konsequenten Teststrategie und möglichst flächendeckendem Einsatz von Luftreinigungsgeräte soll das ambitionierte Ziel gelingen.