Haben Corona-Tests ein Temperatur-Problem?

Nicht immer liefern Corona-Schnelltests verlässliche Ergebnisse. Bereits in einigen Fällen hat sich das positive Ergebnis eines Schnelltests später mithilfe eines PCR-Tests als fehlerhaft erwiesen. Wissenschaftler haben nun herausgefunden, dass Schnelltests und Antigentests sehr sensibel auf Temperaturschwankungen reagieren. Schon bei 37 Grad zeigen viele ein falsches Ergebnis. Auch bei Kälte funktionieren sie nicht richtig. Das zeigt eine neue Studie aus dem Charité-Labor von Christian Drosten.

Tests sollten nicht zu warm, aber auch nicht zu kalt gelagert werden

Das Berliner Charité-Team hat dabei elf verschiedene Schnelltests von großen Herstellern unter die Lupe genommen. Grund der Studie war, dass im Winter mehrere Testzentren falsch-positive Ergebnisse gemeldet hatten.  Wie sich zeigte, ist das Hauptproblem die Umgebungstemperatur. „Selbst 10 Minuten bei 37 Grad reichen aus, damit die Tests an Sensitivität, also an der Frage, wie viel Virus sie nachweisen können, deutlich verlieren“, betont Jan Felix Drexler, der Leiter des Charité-Teams. Aber auch Kälte kann die Ergebnisse verfälschen.

Kurz zusammengefasst kommt die Studie zu folgendem Fazit:

  • Schon bei einer Temperatur ab 37 Grad zeigen die Tests zu viele falsch negative Ergebnisse. Werden Tests bei zu viel Wärme durchgeführt, bekommen Menschen oft negative Ergebnisse, obwohl sie mit dem Coronavirus infiziert sind. Diese Personen wiegen sich in falscher Sicherheit und können, ohne es zu ahnen, weitere Menschen anstecken.
  • Bei einer Temperatur von 2 bis 4 Grad zeigen die Tests zu viele falsch positive Ergebnisse. Das bedeutet, dass Personen, die sich testen lassen, ein positives Testergebnis bekommen, tatsächlich aber gar nicht infiziert sind. Es wird falscher Alarm ausgelöst, der für den Betroffenen mit viel Stress und Ängsten verbunden ist.

Die gute Nachricht lautet allerdings: Wenn die Tests korrekt angewendet werden, lassen sich falsche Ergebnisse vermeiden. „Es ist ganz wichtig zu betonen, dass die Tests als solche alle super sind“, sagt Jan Felix Drexler, der Leiter des Charité-Teams.

Welche Fehler bei der Lagerung sollte man unbedingt vermeiden?

Anwender, aber auch Verkäufer und Anbieter solcher Tests sollten die im Beipackzettel vorgeschriebene Lagertemperatur unbedingt einhalten. „Es ist insgesamt ganz wichtig, dass diese Tests nicht draußen an der Sonne liegen. Oder wenn man sie zu Hause hat, dass sie nicht am Fenster liegen“, betont Drexler Selbsttests sollten  im Sommer auch nicht in der Hosentasche oder lange im Einkaufsbeutel herumgetragen werden. Andererseits sollten die Tests auch nicht im im Kühlschrank aufbewahrt werden. Ähnliche Empfehlungen gibt auch  die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA. Gelagert und aufbewahrt werden sollten die Tests nur bei Temperaturen zwischen 15 und 30 Grad – und keinesfalls im Kühlschrank. Auch der Zeitpunkt zum Ablesen der Testergebnisse sei entscheidend: „Das Ablesen des Tests vor oder nach der angegebenen Zeit kann zu falsch-positiven oder zu falsch-negativen Ergebnissen führen“, schrieb die FDA. Drexler rät: „Man muss sich klarmachen, es gibt eine Lagertemperatur, die empfohlen wird, meist zwischen fünf Grad und 30 Grad. Und es gibt eine Anwendungstemperatur: Die liegt meist zwischen 15 und 30 Grad. Alles Wichtige steht im Beipackzettel, den sollte jeder unbedingt lesen!“

Sind fehlerhafte Testergebnisse auch in Testzentren möglich?

Prinzipiell ist das möglich, bei einem seriösen Testzentrum jedoch sehr unwahrscheinlich. Selbstverständlich müssen Testzentren, die beispielsweise in einem Zelt untergebracht sind und auf deren Dach den ganzen Tag die Sonne scheint, gerade im Sommer darauf achten, dass die heißen Temperaturen in den Räumlichkeiten heruntergekühlt werden. Sollte dies in einer Teststation nicht der Fall sein, meiden Sie diese Station bitte. 

In unseren Testzentren von Coronatest.de sind Sie auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Mit gutem Gewissen können wir Ihnen versichern, dass sämtliche Testarten konform gerecht gelagert und aufbewahrt werden. Auch beim Transport von PCR-Tests ins Labor wird selbstverständlich auf die korrekte Temperatur geachtet. Schauen Sie am besten selbst bei uns vorbei und machen Sie sich vor Ort Ihr eigenes Bild. Wir freuen uns auf Sie.