Was ist der digitale Impfpass?

Ende Juni soll es so weit sein – der digitale Impfnachweis kommt. Mit einem elektronischen Dokument, auch als das grüne Zertifikat bekannt, soll künftig jeder Geimpfte seine Immunisierung gegen das Coronavirus in Sekundenschnelle nachweisen können. Geplant ist laut Gesundheitsministerium darüber hinaus, eine überstandene COVID-19-Erkrankung oder die Ergebnisse einer aktuellen Coronatestung zu hinterlegen.

Die Behörden versprechen, dass es unkompliziert zu bedienen ist und hohen Sicherheitsstandards entspricht.

Bei Reisen innerhalb der EU, aber auch dem Besuch von Restaurants, Läden und Events, wird das Zertifikat zukünftig notwendig. Damit stellt es einen weiteren Schritt in Richtung Normalität in Aussicht. 

Digitaler Impfpass – was ist das?

Das Dokument ist derzeit unter zwei Bezeichnungen im Umlauf: Das Gesundheitsministerium und das Robert-Koch-Institut RKI verwenden den Begriff “Digitaler Impfpass”, die EU spricht vom Grünen Zertifikat.

Dieser elektronische Nachweis der Corona-Schutzimpfung besteht laut RKI aus einem QR-Code, der auf dem Smartphone gespeichert und via einer extra dafür entwickelten CovPass-App angezeigt wird. Überall dort, wo ein Impfnachweis erforderlich ist, kann der QR-Code einfach auf dem Handybildschirm vorgelegt werden.

Dienstleister, wie Flughafenpersonal oder zum Beispiel Gastronomen, lesen mit einer Prüfsoftware den Code ein und erhalten dann die Rückmeldung, ob der Impfstatus der jeweiligen Person ausreicht, um die Lokation betreten zu dürfen. Damit reduziert er unnötige Wartezeiten. 

Zusätzlich zum Grünen Zertifikat ist ein Ausweisdokument zum Abgleich der Daten notwendig.

Gut zu wissen: Zum Nutzen der CovPass-App und Vorzeigen des digitalen Impfausweises braucht das Handy keine Internetverbindung. 

Ist das gelbe Impfheft als Nachweis nicht ausreichend?

Doch, die Impfung gegen SARS-CoV-2 werden in den Impfzentren und bei den Ärzte ebenfalls in den analogen gelben Papierausweis eingetragen. Der elektronische Impfnachweis ist eine freiwillige Ergänzung dazu. Niemand ist verpflichtet, den digitalen Impfausweis mitzuführen, der Eintrag im gelben Impfausweis genügt als Nachweis der Immunisierung. Anders sieht es bei internationalen Reisen aus – Da es hier noch keine einheitliche Regelung gibt, kann es sein, dass manche Länder auf den digitalen Impfpass, andere auf das analoge Impfheft bestehen werden.

Wann brauche ich den Digitalen Impfpass?

Derzeit braucht es zum Betreten eines Geschäfts, in der Gastronomie und beim Besuch von Altenheimen den Nachweis eines aktuellen Coronatests. Ein Teil dieser Testungen könnte im Zuge der Öffnungsstrategie durch den digitalen Impfpass entfallen, sofern eine Person vollständig geimpft ist und keine erhöhten Sicherheitsmaßnahmen notwendig sind (Krankenhäuser, Virusvarianten, etc.)

Auch bei Treffen von Menschen jenseits der “Ein Haushalt plus eine Person”- Regelung sollen vollständig Geimpfte, mit entsprechendem Nachweis, künftig mehr Freiheiten erhalten.  

Die EU-Kommission arbeitet zudem darauf hin, dass alle Länder innerhalb der EU das grüne Zertifikat für Reisen anerkennen und auch Drittstaaten es akzeptieren. Die Entscheidung darüber liegt jedoch bei den einzelnen Staaten. 

Wo ist die CovPass-App zu bekommen?

Die CovPass-App des RKI wird zeitgleich mit der Einführung des elektronischen Impfpasses kostenlos im Play Store von Android und im iOS App Store zur Verfügung stehen. Die Nutzung der App ist freiwillig. Nach Informationen des Norddeutschen Rundfunks NDR wird es zusätzlich ein Upgrade für die bereits bestehende Corona-Warn-App geben, sodass sich der digitale Impfpass auch in dieser App hinterlegen lässt.

Wer und wie erstellt den digitalen Impfpass? 

Das elektronische Zertifikat wird automatisch erstellt, sobald Impfzentren und Arztpraxen nach der Verabreichen der Impfdosis die Daten des Patienten an die Server des RKI übermitteln. Anhand dieser Informationen generiert die Spezialsoftware einen QR-Code mit der Informationen zum Impfstatus sowie dem Namen und Geburtsdatum des oder der Geimpften. Diese scannen den Code anschließend mit ihrem Smartphone ein. Einlesbar ist der QR-Code via CovPass-App und sehr wahrscheinlich auch  der Corona-Warn-App. Wer über kein Smartphone verfügt oder es nicht nutzen möchte, kann den Code ausgedruckt auf Papier bekommen.

Welche Impfungen zählen für den digitalen Impfnachweis?

Jede offiziell im Impfzentrum, beim Hausarzt oder auf eine andere Weise erhaltene Impfung mit einem der in der EU zugelassenen Impfstoffen gilt als Impfnachweis. Das können zum Beispiel die Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Johnson & Johnson, AstraZeneca oder Moderna sein. 

Derzeit wird noch darüber beraten, ob und wie eine Impfung mit nicht in der EU-zugelassenen Impfstoffen, wie dem russischen Sputnik V, berücksichtigt werden kann.

Wie sicher sind die Daten des digitalen Impfausweises?

Laut Gesundheitsministerium werden Daten ausschließlich auf dem Smartphone gespeichert. Um den Code zu generieren, ist eine einmalige Übertragung der Angaben in das elektronische Impfprotokoll-System des RKI erforderlich. Nachdem auf dem Server der QR-Code erstellt wurde, werden die Daten dort sofort wieder gelöscht. Das digitale Grüne Zertifikat verbleibt nur auf der Festplatte des Smartphones. 

Der Code ist durch eine kryptografische Signatur fälschungssicher. Das elektronische Dokument ist daher im Vergleich zum analogen Impfpass wesentlich schwerer zu fälschen.

Wichtig: Es wird, so das Gesundheitsministerium, kein zentrales Impfregister geben. Die Daten zum individuellen Impfgeschehen sind nur lokal auf dem Smartphone hinterlegt. 

Wer den Code mittels Prüfsoftware einscannt, erfährt neben dem Impfstatus den Namen und das Geburtsdatum des Impfausweis-Besitzers. Damit kann dessen  Identität mit dem Ausweis abgeglichen werden. 

Erhalten bereits Geimpfte den digitalen Impfpass?

Der genaue Prozess ist hier noch unklar,da es hierzulande kein zentrales Impfregister gibt.

Vermutlich werden die vor der Einführung des Impfausweises geimpften Personen einen QR-Code per Post, beim Hausarzt oder auch in einer Apotheke erhalten.