Wie und wo verbreitet sich das Coronavirus am meisten?

Die Corona-Infektionszahlen steigen deutlich an, trotz Lockdown und vieler Beschränkungen. Wissenschaftler und Virologen prognostizieren seit Wochen eine höhere Inzidenz als je zuvor. Woran liegt das und wo häufen sich die Ausbrüche? 

Zunächst bleibt festzuhalten, dass sich das Covid-19-Virus vor allem über eine Tröpfcheninfektion verbreitet. Hauptansteckungsquelle für eine Corona-Infektion ist also der direkte Kontakt von Mensch zu Mensch über Tröpfchen wie zum Beispiel beim Husten, Niesen oder Sprechen. Studien belegen, dass schon kleinste Partikel beim Husten bis zu fünf Meter weit fliegen können, beim Niesen sogar bis zu acht Meter. Bei dieser luftgetragenen Übertragung gelangen die Viren, gebunden in kleinsten flüssigen Partikeln, in die Atemwege und setzen sich dort in den Schleimhäuten der Nasen- und Rachenwand fest.

Wo ist die Ansteckungsgefahr am größten?

Nächtliche Ausgangssperren und gesperrte Spazierflächen haben eine Diskussion darüber ausgelöst, ob Menschenansammlungen unter freiem Himmel tatsächlich eine bedeutende Infektionsgefahr darstellen. Führende Aerosol-Forscher der „Gesellschaft für Aerosolforschung“ sind nicht dieser Ansicht.  In einem offenen Brief an die Bundesregierung schrieben sie kürzlich: „Wenn wir die Pandemie in den Griff bekommen wollen, müssen wir die Menschen sensibilisieren, dass DRINNEN die Gefahr lauert!“

Prinzipiell würden sich die Aerosol-Partikel, die möglicherweise Viren enthalten, im Außenbereich abtransportiert, es kann kaum etwas passieren. Aerosol-Forscher Gerhard Scheuch behauptete in einem Interview mit der ARD sogar: „Wenn man draußen ist und sich an der frischen Luft bewegt, dann ist die Gefahr bei Null.“ Ein geringes Risiko bestehe lediglich, wenn man sich für längere Zeit gegenüberstehe und unterhalte, womöglich noch in einer Gruppe. Dann gebe es mehr Partikel in der Luft und die Situation werde kritischer. Solange man nicht sicherstellen kann, Abstände zu anderen einzuhalten, oder wenn man in Gruppen zusammensteht und sich unterhält, sollte man nach Anraten der Aerosolforscher unbedingt auch draußen eine Maske tragen.

Die mit Abstand größte Ansteckungsgefahr herrscht jedoch in Innenräumen. Wenn sich dort Infizierte länger aufhalten, können sich Viruspartikel über sogenannte Aerosole gut verteilen – vor allem dann, wenn die Räume schlecht belüftet sind und sich mehrere Menschen längere Zeit dort gemeinsam aufhalten. Das passiert vor allem im eigenen Zuhause. 

Eine aktuelle Grafik des Robert-Koch-Instituts (RKI) unterstreicht, dass ein Großteil der Ausbrüche tatsächlich Privathaushalten zugeordnet werden kann. Bei Simulationen kamen Wissenschaftler der Technischen Universität Berlin zu einem ähnlichen Ergebnis. Ihr Fazit lautet: „Private Besuche treiben das Infektionsgeschehen nach oben!“ Und weiter: „Infektionen finden praktisch überwiegend in Innenräumen des eigenen Haushalts statt, zudem bei privaten Besuchen, bei der Arbeit und in der Schule, wenn es dort zu länger andauernden Kontakten ohne Maske kommt.“

Welche Rolle spielen Kitas und Schulen?

Zu Beginn der Pandemie galt Corona als lebensbedrohliche Krankheit vor allem für ältere Menschen. Bei jüngeren Menschen ohne Vorerkrankung zeigten sich meist eher milde oder gar keine Symptome. Doch mittlerweile warnen bundesweit Ärzte und Virologen, dass das Corona-Virus auch in der jüngeren Altersgruppe zu schweren Erkrankungen führen kann. Mit Ausbruch der dritten Welle kämen nun auch zunehmend junge Menschen mit schweren Covid-Symptomen in die Praxen und Krankenhäuser.

Anfang April warnte deshalb RKI-Chef Lothar Wieler eindringlich: „Die Rolle von Kindern und Jugendlichen bei der Ausbreitung des neuen Coronavirus hat sich stark geändert!“ Die Infektionszahlen stiegen zwar in allen Altersgruppen an, besonders stark jedoch bei Kindern und Jugendlichen. Auch die Corona-Ausbrüche beträfen zunehmend Kitas und Schulen. Bei dieser Entwicklung spielt die Ausbreitung des mutierten Corona-Virus „B.1.1.7“ eine wichtige Rolle: Die „englische Variante“ ist  deutlich ansteckender und verbreitet sich dadurch schneller. Zudem sind sich Forscher noch uneins, ob das mutierte Virus auch schwerere Krankheitsverläufe begünstigt. Zudem weisen Epidemologen seit längerem darauf hin, dass junge Menschen die meisten Kontakte haben und überwiegend noch nicht durch eine Impfung geschützt sind. 

 Die epidemiologischen Folgen zeigten sich in England. Dort konnte man im Winter nach Ausbruch des mutierten Corona-Virus verfolgen, dass die Infektionszahlen in Schulen und Kitas besonders drastisch angestiegen waren. Diese Entwicklung zeigt sich nun mit Beginn der dritten Welle auch in Deutschland. Der Lagebericht des Robert-Koch-Instituts führt allein 11 Prozent aller bundesweiten Ansteckungen (mit bekanntem Infektionsort) auf Kitas und Horte zurück. Damit ist der Wert im Vergleich zur letzten Welle etwa fünfmal so hoch. Mit einer konsequenten Impfstrategie für die Kita-Erzieher*innen sowie durch gezieltes Testen der bundesweit drei Millionen Kindern in den Kindertagesstätten soll der Schutz deutlich erhöht werden. Im übrigen deutet sich eine ähnliche Entwicklung auch nach der Öffnung der Schulen an: Bei Kindern bis 14 Jahren hat sich die 7-Tage-Inzidenz nach den RKI-Daten in den vergangenen vier Wochen bundesweit mehr als verdoppelt. 

Wie gefährlich ist das Arbeiten im Büro?

Auch in der Arbeitswelt registriert das Robert-Koch-Institut ein erhöhtes Infektionsgeschehen. Noch im Dezember lag der Anteil aller bekannten Infektionen am Arbeitsplatz zwischen vier und fünf Prozent. Nun sollen mehr als 13 Prozent aller Ansteckungen während der Arbeit stattfinden. Aus den erhöhten Zahlen am Arbeitsplatz schließt das RKI einen weiteren möglichen Infektionsort: den öffentlichen Personen-Nahverkehr. Das Ansteckungsrisiko in Bus und Bahn könnte ähnlich hoch sein wie beispielsweise in Büros. 

Deshalb appelliert  RKI-Chef Lothar Wieler unermüdlich, dass mehr Menschen zum Schutz vor Ansteckungen im Homeoffice arbeiten sollten. 

Wie hilfreich sind Corona-Tests?

Ein Blick ins Ausland macht schnell klar: Eine konsequente Teststrategie in kann die dritte Corona-Welle schnell und effektiv brechen, und als Grundlage für regionale Maßnahmen, wie Ausgangsbeschränkungen dienen. Wie kein anderes Land in Europa setzte die Slowakei auf den massenhaften Einsatz von Antigenschnelltests und hatte damit durchschlagenden Erfolg: Während die Zahl der Neuinfektionen im Herbst und nach Weihnachten zeitweise die höchsten Werte in ganz Europa erreicht hatte, steht das Land heute besser da als alle seine Nachbarn. Mit 106 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche ist die 7-Tages-Inzidenz geringer als in Polen, Tschechien, Ungarn, der Ukraine oder Österreich. Sie liegt fast ein Drittel niedriger als in Deutschland. 

Um das Infektionsgeschehen aktiv einzudämmen, stehen deshalb unsere Teststationen bei Coronatest.de sieben Tage in der Woche für Sie zur Verfügung. Kommen Sie gerne vorbei und vereinbaren Sie einen Termin bei uns. Wir freuen uns auf Sie. Übrigens sind seit dem 20. April Arbeitgeber verpflichtet, in ihren Betrieben allen Mitarbeitern, die nicht ausschließlich im Homeoffice arbeiten, regelmäßige Selbst- und Schnelltests anzubieten. Hier bieten wir spezielle Konditionen und testen auch vor Ort in Ihrem Unternehmen.