Corona in Hannover – was tun?

Etwas mehr Freiheit für die Menschen, mehr Luft für den Handel und Hoffnungssignale für andere Bereiche – nach monatelangem Lockdown wegen der Corona-Pandemie haben sich Bund und Länder Anfang März auf vorsichtige Lockerungen und erste Öffnungsschritte geeinigt. Vielen Bürger*innen gehen die Schritte nicht weit genug, andere wiederum halten die getroffenen Lockerungsmaßnahmen für verantwortungslos. 

Lothar Wieler, der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), kann beide Seiten verstehen, trotzdem hob er mahnend den Finger. Im Gespräch mit der UN-Journalistenvereinigung am 11. März sagte er besorgt: „Wir haben ganz klare Anzeichen dafür: In Deutschland hat die dritte Welle schon begonnen!“ Die Impfkampagne sei ein Wettlauf gegen das mutierende Virus. Die Ziellinie sei aber in Sicht: Bis Herbst könnten 80 Prozent der Bevölkerung immun gegen das Virus sein. „Wenn das der Fall ist, können alle Maßnahmen aufgehoben werden“, sagte Wieler.

Bis allerdings die Herdenimmunität durch das Impfen erreicht sei, so Wieler, sei die konsequente Anwendung von Schutzmaßnahmen wie Maske tragen und Abstand halten weiter dringend nötig.

Welche Coronaregeln gelten in Hannover?

Zunächst einmal gelten natürlich auch in Hannover und in Niedersachsen die bundesweit vorgegeben Verhaltensregeln, um das Corona-Virus möglichst daran zu hindern, sich weiter auszubreiten. „Jeder Einzelne ist hier gefragt, sich an die Schutzmaßnahmen zu halten. Jeder Bürger ist wichtig“, betonte Wieler. 

Konkret bedeutet dies: Reduzieren Sie Ihre persönlichen Kontakte. Und wenn Sie sich verabreden, dann lieber im Freien – an der frischen Luft können sich Viren nicht so schnell übertragen. Beachten Sie zudem die „AHA-Regel“. Die Abkürzung steht für: „A“ wie Abstand halten (1,50 Meter Abstand zu anderen Personen), „H“ wie Hygiene (waschen Sie sich oft und gründlich die Hände) und „A“ wie Alltags-Maske tragen. Wichtig ist auch regelmäßiges Lüften. Das Risiko einer Ansteckung mit dem Sars-Cov-2-Virus ist in Innenräumen stark erhöht. Der Grund dafür ist, dass das Virus sich hauptsächlich über Aerosole in der Luft ausbreitet, die unter bestimmten Umständen stundenlang in der Luft bleiben können. 

Darüber hinaus gelten für Hannover (Stand Mitte März) folgende Vorgaben:

  • Private Treffen: Bei einem Inzidenzwert von unter 100 (das bedeutet: weniger als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Personen innerhalb einer Woche) dürfen sich zwei Haushalte mit maximal fünf Personen treffen. Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt.
  • Handel und Dienstleistungen: Buchläden dürfen wieder öffnen, körpernahe Dienstleistungen (Kosmetik, Nagel- und Tattoostudios, Massagen) wieder angeboten werden. Bitte beachten Sie: Wo kein Mundschutz getragen werden kann, brauchen Kunden einen negativen Corona-Test. Im Einzelhandel können Kunden einen Termin zum Shoppen buchen. Zugelassen sind ein Kunde plus Begleitperson pro 40 Quadratmeter Verkaufsfläche. Auch Fahrunterricht und Erste-Hilfe-Kurse sind mit negativem Test möglich.
  • Kultur: Zoos, Museen, Bibliotheken dürfen mit Terminvergabe und eingeschränkten Kapazitäten öffnen.
  • Sport: Für bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten ist sowohl drinnen wie draußen Sport wieder erlaubt. Kinder bis 14 Jahre dürfen unter freiem Himmel auch in Gruppen von bis zu 20 Personen Sport treiben.
  • Schulen: Für Grundschüler und Abschlussklassen gilt in den Schulen die Präsenzpflicht, Kitas sind wieder geöffnet.

Wichtig: Die meisten Lockerungen gelten für einen 7-Tages-Inzidenzwert von unter 100. Je höher der Inzidenzwert jedoch ansteigt, desto mehr Einschränkungen wird es geben. Je niedriger der Wert ist, desto mehr Lockerungen sind möglich. „Wir dürfen leider in Regionen, in denen wir eine 7-Tages-Inzidenz von über 100 haben, kein Risiko eingehen. Noch sind nicht alle älteren Menschen in Niedersachsen geimpft, und auch bei den jüngeren gibt es schwere und mitunter schwerste Krankheitsverläufe“, warnte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil. Der SPD-Politiker rief die Menschen dazu auf, von den Lockerungen „bitte nur sehr vorsichtig und zurückhaltend Gebrauch zu machen“. Die Bestimmungen von Bund, Länder und Gemeinden sind dem Verlauf der Pandemie geschuldet. Achten Sie deshalb bitte auf die neuesten Vorgaben. Die Homepage der Stadt und Region Hannover (www.hannover.de) versorgt Sie zeitnah und aktuell mit den neuesten regionalen Informationen rund um das Covid-19-Virus.

Wo gibt es in Hannover eine Maskenpflicht?

Prinzipiell gilt in Hannover Maskenpflicht an allen Orten unter freiem Himmel, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht zuverlässig eingehalten werden kann. Darüber hinaus gilt Maskenpflicht in den folgenden Bereichen:

  • Hannover, Maschsee: zwischen 10 und 19 Uhr am Nordufer und am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer.
  • Wunstorf-Steinhude: zwischen 10 und 19 Uhr auf der Uferpromenade zwischen Strandterrassen und Deichstraße.
  • In Fußgängerzonen montags bis samstags von 8 bis 18 Uhr und sonntags von 10 bis 19 Uhr.
  • Auf Wochenmärkten von 7 bis 18 Uhr (gilt auch für Standbetreiber*innen und deren Mitarbeiter*innen).
  • An allen Haltestellen, Bahnhöfen, Flughäfen sowie Fußgängertunneln und Fußgängerunterführungen.
  • In allen öffentlichen Verkehrsmitteln.
  • In allen Geschäften und Gebäuden mit Kunden- oder Besuchsverkehr.
  • In allen Unternehmen.

Wichtige Hotlines und Informationsstellen

Sollten Sie Fragen zu Corona haben, medizinische oder psychologische Hilfe benötigen, finden Sie nachfolgend eine Auflistung der wichtigsten Telefonnummern und Internetseiten:

  • Corona-Hotline Gesundheitsamt Hannover (0511) 616 4 34 34 (werktags 8 bis 16 Uhr)
  • Zentrale Corona-​Hotline der Niedersächsischen Landesregierung (0511) 120-​6000
  • Senior*innentelefon der Region Hannover (0511) 168 – 42345
  • Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117 (Deutschlandweit erreichbar)
  • Telefonseelsorge Hannover: 0800 1110 111
  • Hotline Corona-Impfung: 0800 99 88 665
  • Impf-Terminvergabe bzw. Registrierung für die Impf-Warteliste ist möglich unter www.impfportal-niedersachsen.de
  • Aktuelle Informationen zum Coronavirus in der Region Hannover finden Sie unter www.hannover.de
  • Aktuelle Informationen zum Coronavirus in Niedersachsen gibt es auf der Internet-Seite www.niedersachsen.de/Coronavirus

Was tun, wenn ich mich mit Corona infiziert habe?

Viele Menschen sind verunsichert: Steckt hinter dem Hustenreiz oder der erhöhten Körpertemperatur ein grippaler Infekt oder könnte es doch eine Infektion mit dem Coronavirus sein? Die Symptome ähneln sich und sind schwer zu unterscheiden. Wenn Sie befürchten, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollten Sie auf jeden Fall daheim bleiben, zu anderen Menschen Abstand halten und Hygieneregeln einhalten. Rufen Sie Ihren Hausarzt*in an und schildern Sie Ihre Beschwerden. Alternativ können Sie den Ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 rund um die Uhr erreichen. 

Sollten Sie tatsächlich positiv auf das Coronavirus getestet worden sein, müssen Sie umgehend für 14 Tage in häusliche Quarantäne. Das Gesundheitsamt wird informiert. Es besteht das Risiko, dass auch Personen aus Ihrem Haushalt erkrankt sind. Versuchen Sie unbedingt, auch zu Hause die Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren. Um weitere Personen vor einer Covid-19-Infektion zu schützen, müssen Sie zudem umgehend Ihre letzten Kontaktpersonen informieren. Kontaktperson der Kategorie 1 ist, wer eine Corona-positive Person direkt getroffen hat, und zwar ab zwei Tage vor dem Auftreten erster Symptome bis zehn Tage nach Symptombeginn. Unter einem direkten Treffen versteht das Robert-Koch-Institut einen 15-minütigen Face-to-Face-Kontakt oder auch einen längeren gemeinsamen Aufenthalt in einem schlecht belüfteten Raum. Diese Kontaktpersonen müssen sich ebenfalls sofort in Quarantäne begeben, zumindest solange, bis ihr Corona-Testergebnis feststeht.

Warum sind Coronatests so wichtig?

Um Corona unter Kontrolle zu behalten, ist Testen wichtig – gerade, wenn schrittweise Einrichtungen öffnen. Indem wir mehr testen, können Corona-Infektionen besser und schneller erkannt werden. Damit können wir Infektionsketten unterbrechen und die Verbreitung der Pandemie eindämmen. 

Das Coronavirus lässt sich dabei mit verschiedenen Testverfahren nachweisen. Aktuell sind folgende Testverfahren etabliert:

  • PCR-Tests: Sie gelten als die zuverlässigste und präziseste Möglichkeit, eine Corona-Infektion festzustellen. Nach dem Nasen- und Rachenabstrich werden die Proben im Labor analysiert. Das Ergebnis zeigt dann an, ob die getestete Person das Virus akut in sich trägt. Der PCR-Test kann das Coronavirus bereits in geringer Konzentration nachweisen, auch wenn die Testperson keine Symptome hat. Vor allem zu Beginn einer Infektion liefern PCR-Tests im Vergleich die genauesten Ergebnisse. Weil die Tests jedoch sehr aufwändig und zeitintensiv sind, liegt das Ergebnis meist erst nach 36 bis 48 Stunden vor.
  • Antigentests: Diese Tests liefern ein Ergebnis bereits nach zirka 20 Minuten – und zwar direkt vor Ort, ohne im Labor ausgewertet werden zu müssen. Im Unterschied zu PCR-Tests weisen sie nicht das Erbmaterial des Virus nach, sondern Eiweißfragmente (Proteine) von Sars-Cov-2-Viren, die sogenannten Antigene. Studien belegen, dass Antigentests hauptsächlich bei einer höheren Viruslast sehr sicher anschlagen und diejenigen Personen erfolgreich erkennen, die zum Testzeitpunkt sehr ansteckend sind. Sie helfen also, besonders ansteckende Personen herauszufiltern und zu isolieren, bevor sie zu Superspreadern werden können.

In unserer Teststation in Hannover bieten wir Ihnen beide Testvarianten mittels Nasen- und Rachenabstrich an. Beim Antigen-Schnelltest erhalten Sie das Ergebnis binnen 20 Minuten, je nach Wunsch per E-Mail oder auch ausgedruckt. Auch der sogenannte PCR-Gurgeltest ist bei uns möglich. Unsere Tests eignen sich für alle Personen, unabhängig davon, ob sie Symptome einer Covid-19 Infektion aufweisen oder nicht. Sie brauchen für unsere Tests keine vorherige Erlaubnis des Gesundheitsamtes. Egal ob Sie einen konkreten Anlass haben oder nur das Bedürfnis nach mehr Sicherheit, wir testen Sie gerne. 

Unsere Teststation finden Sie hier:

Hannover Hauptbahnhof (Ausgang Raschplatz)

In der Spielbank Hannover

Rundestraße 15

30161 Hannover 

Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr

An Feiertagen können die Öffnungszeiten abweichen. Informieren Sie sich bitte hierzu auf unserer Homepage. Registrieren Sie sich vorab bitte online und kommen Sie dann gerne spontan vorbei. Es ist nicht erforderlich, dass Ihr Wohnsitz in Hannover gemeldet ist, wir akzeptieren jede Adresse. Allerdings benötigen wir in jedem Fall ein amtliches Ausweisdokument von Ihnen, das Sie bitte auch zum Test mitbringen. Sollte ein bei Ihnen durchgeführter Schnelltest positiv sein, wenden Sie sich bitte umgehend an das zuständige Gesundheitsamt.

Wo kann ich mich impfen lassen?

In Niedersachsen gibt es aktuell insgesamt 50 Impfzentren – das „Impfzentrum der Stadt und Region Hannover“ befindet sich in Messehalle 25 auf dem Messegelände Hannover. Für diese Impfzentren gibt es jeweils eigene Konzepte, die von der An- und Abfahrt bis zur Gestaltung der Räume reichen. Um Warteschlangen und Gedränge zu vermeiden, werden Termine generell vorab online oder per Telefon vergeben. In den Zentren gibt es Impfstraßen als Einbahnstraßen, um Patienten von Station zu Station zu lotsen – von der Anmeldung, wo die Impfberechtigung geprüft wird und man einen Aufklärungsbogen bekommen kann, bis zu einer Zone, wo man nach dem Impfen noch etwas ausruhen kann. Zudem gibt es Wartebereiche, Räume für Arztgespräche und für die eigentliche Impfung.

Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay erklärt dazu: „Das, was hier entstanden ist, kann sich sehen lassen. Je Impfzug und Stunde können 20 Personen geimpft werden.“ In Hannover gibt es aktuell acht Impfzüge. Anfang März knackte das Hannover Impfzentrum die Marke von 100.000 Impfungen, doch um das Impf-Tempo weiter zu beschleunigen, sollen die Kapazitäten des Impfzentrums auf dem Messegelände deutlich erweitert werden. Derzeit arbeitet die Feuerwehr daran, die Messehalle 26 herzurichten. Ziel soll es sein, 42.000 Impfungen pro Woche zu verabreichen. Darüber hinaus sollen auch bald Hausärzte Impfungen gegen das Corona-Virus durchführen. Erste Pilotprojekte sind dazu in Niedersachsen angelaufen.