Quarantäne nach Reisen: Aktuelle Einreiseregeln nach Berlin

Das Coronavirus hat die Welt fest im Griff. Neuen Mutationen breiten sich zunehmend aus und zwingen Gesetzgeber weltweit dazu, bestehende Reiseregeln zu verschärfen, um sie einzudämmen. Generell wird von Reisen in diesen Zeiten abgeraten. Jedoch lassen sich Reisen aus dringenden familiären oder beruflichen Gründen manchmal einfach nicht umgehen. Dann kann es für Reisende schwer sein, den Überblick zu behalten, welche Regelungen für sie aktuell gelten. 

Wir haben nachfolgend die wichtigsten Regeln für die Einreisen nach Deutschland und insbesondere für das Bundesland Berlin zusammengefasst. Dabei möchten wir nicht nur die Frage klären, wie sich die Regelungen je nach Herkunftsort der Reise unterscheiden, sondern auch, welche Testvorschriften und Quarantäneregelungen für Reisende gelten. 

Was muss ich bei der Einreise nach Berlin aktuell beachten?

Vier Einstufungen sind für Reisende besonders wichtig:  

  • Welchen Aufenthaltsstatus hat der*die Reisende in Deutschland? Ist er*sie deutsche*r Staatsbürger*in oder EU-Staatsbürger*in? Oder hat er*sie eine Aufenthaltsgenehmigung oder Familie in Deutschland? 
  • Ist das Herkunftsland ein EU-Mitgliedsstaat oder Mitglied des Schengenraums?
  • Wurde das Reiseherkunftsland von der EU als Virusvariantengebiet eingestuft?
  • Ist der Inzidenzwert im Reiseherkunftsland so hoch, dass es als Risikogebiet eingestuft wurde? 

Wer darf aktuell nach Deutschland einreisen?

Die gute Nachricht zuerst: Als deutsche*r Staatsbürger*in oder EU-Staatsbürger*in dürfen Sie grundsätzlich nach Deutschland einreisen. Allerdings gilt es davor und danach einige Auflagen zu befolgen. Dazu später mehr. 

Auch Personen aus Ländern mit derzeit sehr niedrigen Corona Fallzahlen, die nicht als Risikogebiete gelten, wird die Einreise erlaubt. Entscheidend ist dabei die Einstufung durch das Robert-Koch-Institut. 

Personen, auf die diese Punkte nicht zutreffen, wird jedoch nur in Ausnahmefällen der Grenzübertritt gestattet. Die Einreise aus Staaten, die von der EU derzeit als Corona Risikogebiete bewertet werden, ist dann nur möglich, wenn eine zwingende Notwendigkeit vorliegt. Diese gilt beispielsweise für Gesundheitspersonal oder humanitären Helfer*innen, oder bei ausländischen Fachkräften, deren Beschäftigung für die deutsche Wirtschaft unbedingt notwendig ist. Auch Saisonarbeiter*innen, Gütertransportpersonal und Passagier*innen im Transit, sind von der Regelung ausgenommen. Letztlich liegt es jedoch im Ermessen der Grenzbeamt*innen, ob sie die zwingende Notwendigkeit sehen. Im Zweifelsfall besteht die Gefahr am Flughafen zu stranden. 

Wann brauche ich eine Digitale Einreiseanmeldung?

Wenn Sie nach Deutschland einreisen wollen, und sich in den zehn Tagen davor in einem Risikogebiet aufgehalten haben, müssen Sie vorab eine digitale Einreiseanmeldung ausfüllen. Diese finden Sie hier: www.einreiseanmeldung.de

Die Einstufung von Ländern als Risikogebiet kann sich tagesaktuell ändern, daher ist es empfehlenswert den aktuellen Stand regelmäßig auf der Internetseite des RKI zu prüfen. Als Risikogebiete können übrigens auch EU-Staaten gelten. 

Die Einreiseanmeldung wird an Flughäfen schon vor dem Abflug kontrolliert. Deshalb sollten Sie Ihre Unterlagen bereits beim Check-In zur Hand haben. 

Sollten Sie sich nicht digital anmelden können, gibt es auch eine Ersatzmitteilung in Papierform. Diese muss vorab ausgefüllt und der Fluggesellschaft und den Grenzbeamten vorgelegt werden. 

Welche Quarantäneregeln gelten in Berlin nach Reisen?

Wenn Sie sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben, müssen Sie sich direkt nach der Einreise nach Deutschland in Quarantäne begeben. Im Bundesland Berlin beträgt diese Quarantäne grundsätzlich 10 Tage

In dieser Zeit dürfen Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung nicht verlassen – auch nicht zum Einkaufen, zum Sport oder um mit Ihrem Hund Gassi zu gehen. Zudem dürfen Sie auch keinen Besuch empfangen. 

Wer sich nicht daran hält, muss mit empfindlichen Bußgeldern rechnen. 

Sollten sich in diesen zehn Tagen irgendwelche Symptome einer Corona Infektion zeigen, sind Sie verpflichtet diese dem Gesundheitsamt umgehend mitzuteilen. Die weiteren Schritte werden dann im Einzelfall entschieden.

Wenn Sie keine Symptome haben, gibt es die Möglichkeit diese Quarantäne zu verkürzen. Dazu können Sie frühestens nach 5 Tagen Quarantäne ein negatives Testergebnis beim Gesundheitsamt vorlegen.

Allerdings liegt es im Ermessen des Gesundheitsamtes, ob Ihre Quarantäne auch wirklich aufgehoben wird. Die Entscheidung wir auch hier wieder im Einzelfall getroffen.  

Wann muss ich mich bei einer Reise auf Corona testen lassen? 

Sie benötigen einen negativen Corona Test, wenn Sie aus einem Risikogebiet einreisen, oder sich 10 Tage vor Ihrer Einreise in einem Land aufgehalten haben, das als Risikogebiet eingestuft ist. Diesen müssen Sie innerhalb von 48h nach der Einreise bei Ihrem Gesundheitsamt vorlegen. Hier finden Sie eine Übersicht aller wichtigen Stellen in Berlin.
Eine schnelle Durchreise durch ein Risikogebiet, wie einen Umstieg am Flughafen ohne Übernachtung, gilt dabei nicht als Aufenthalt. In diesem Fall kann die Testpflicht entfallen. 

Als Nachweis gilt üblicherweise ein negatives Testergebnis mit einem Corona-Schnelltest oder PCR-Test. Sowohl den Antigentest als auch den PCR-Test können Sie schnell und unkompliziert in einem unserer beiden Testzentren durchführen lassen. Die PCR-Tests zum Nachweis des Coronavirus bei öffentlichen Stellen dauern in der Regel 2-3 Werktage und sind daher nicht zuverlässig innerhalb der Frist verfügbar. 

Wenn sie aus einem Gebiet einreisen, in dem eine neue Virusvariante verbreitet ist, wird bereits vor der Abreise ein negatives Testergebnis verlangt. Das gilt aktuell beispielweise in Ländern wie Brasilien, Südafrika und Großbritannien. Auch diese Einstufung finden Sie tagesaktuell auf der Seite des RKI. Hier müssen Sie das negative Testergebnis zusätzlich zu der Einreiseanmeldung vor der Abreise bei Ihrem Beförderer vorlegen – also beispielsweise bei Ihrer Fluggesellschaft beim Check-In. Das Testergebnis darf bei der Einreise nicht älter als 48 Stunden sein.

Die negativen Testergebnisse können bis zu zehn Tage nach der Einreise nochmals verlangt werden. Heben Sie sie daher gut auf. 

Mit einem negativen Testergebnis ist übrigens nicht der Schnelltest selbst gemeint, also nicht das Papier- und Plastik-Stäbchen, sondern ein Dokument der Stelle, die den Test durchgeführt und ausgewertet hat. Das sind beispielsweise Ärzt*innen oder zugelassenes Testzentren. Ein selbst durchgeführter Schnelltest, den Sie im Internet erworben haben, wird Ihnen in den meisten Fällen nicht weiterhelfen. Darüber hinaus werden nur Tests anerkannt, die die EU-Standards erfüllen. Achten Sie daher besonders bei nicht EU-Staaten darauf, dass die Testmethode und der Hersteller des Tests auf Ihrem Zertifikat vermerkt sind. 

Was gilt bei innerdeutschen Reisen nach Berlin? 

Egal ob international oder national, von Reisen wird im Moment abgeraten. Touristische Reisen sollen vermieden werden. 

Personen aus Gebieten mit einem Inzidenz-Wert von über 200 sind Reisen gänzlich untersagt. Sie dürfen nicht weiter als 15 km außerhalb Ihres Wohnortes reisen.

In Berlin wird die Sache jedoch noch ein wenig kniffliger. Denn Hotelübernachtungen sind hier, wie in weiten Teilen Deutschlands, nur aus notwendigen, besonderen Gründen erlaubt. Zudem darf die Unterkunft nur aus triftigen Gründen verlassen werden

Sollte der Inzidenz-Wert in Berlin über 200 steigen, kann die Stadt einen Einreisestopp für Leute verhängen, die dort nicht wohnhaft sind. 

Bei Reisen nach Berlin gilt daher, dass sie im Moment generell möglich sind, aber nur wenn man bereits eine Unterkunft hat und beispielsweise bei der Familie übernachten kann. Das Haus darf dann allerdings nur mit triftigem Grund verlassen werden und auch hier gilt die “Ein Haushalt + eine Person”-Regelung. Sightseeing, Museumsbesuche oder ähnliches fallen also flach. Und wie alle Regelungen, kann sich auch dies schnell ändern.

Fazit: Einreise in Berlin aktuell

Wer im Moment nicht unbedingt reisen muss, der sollte lieber noch einige Monate die Füße stillhalten. Sicherlich komme wieder bessere Zeiten, in denen Reisen mit weniger Tests, Papierkram und Einschränkungen verbunden sind. 

Für alle anderen gilt, sich über die aktuellen Einstufungen Ihres Reise- oder Herkunftslandes zu informieren und sich gegebenenfalls zu registrieren, isolieren und testen zu lassen, um keine Corona Erreger mit einzuschleppen und stressfrei über (Bundes-)Ländergrenzen zu kommen.