pulse 1Mann wartet sehnsüchtig darauf. dass die Corona Quarantäne vorbei ist

Corona Quarantäne verkürzen – ist das möglich?

Die COVID-19-Pandemie hält die Welt in Atem und verändert radikal unsere Lebensart. Eine mehrtägige Quarantäne gehört zu solchen tiefgreifenden Einschnitten und ist in der Regel mit zahlreichen Unannehmlichkeiten verbunden. Es ist unter bestimmten Umständen in Berlin erlaubt, die Corona-Quarantäne zu verkürzen. Wir erklären, welche Regelungen in der Bundeshauptstadt in Bezug auf die häusliche Quarantäne gelten und wie Sie die angeordnete Isolation auf ein Minimum reduzieren können.

Für welche Personengruppen gilt in Berlin Quarantänepflicht?

Auf der Grundlage der Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI), des Infektionsschutzgesetzes, des Verwaltungsverfahrensgesetztes und weiterer Verordnungen erließen die Bezirksämter in Berlin Verfügungen zu der häuslichen Quarantäne. 

Folgende Personen haben zwingend, unverzüglich und ohne eine Anordnung des zuständigen Gesundheitsamtes abzuwarten, sich in Selbstisolation zu begeben:

  • Alle Coronainfizierte, also auf SARS-CoV-2 positiv getestete Personen. Diese Krankheit ist meldepflichtig, sodass die Testergebnisse dem Gesundheitsamt mitgeteilt werden. Der Amtsarzt meldet sich bei dem Coronainfizierten und erklärt das weitere Vorgehen. Ohne Erlaubnis der Amtsärzt*innen darf der Quarantäneort nicht mehr verlassen werden. Außerdem legt das Gesundheitsamt den Kreis der Kontaktpersonen fest.
  • Verdachtspersonen. Zu dieser Personengruppe gehören Erkrankte mit Symptomen einer Ansteckung durch SARS-CoV-2, die noch nicht getestet wurden oder deren Testergebnisse noch nicht bekannt sind. Alle Verdachtspersonen sind verpflichtet, sich in Selbstisolation zu begeben.
  • Kontaktpersonen der Kategorie 1 nach Definition des RKI. Dazu zählen diejenige, die einen Kontakt mit der infizierten Person länger als 15 Minuten in einem Abstand unter 150 Zentimetern und ohne Nasen-Mund-Schutz hatten. Das sind in den meisten Fällen enge Familienangehörigen, können aber unter Umständen Bekannte oder Arbeitskolleg*innen sein. Diese Personen sind verpflichtet, sich unverzüglich in Quarantäne zu begeben. Es spielt keine Rolle, ob die Kontakte des 1. Grades mit dem Coronavirus infiziert sind, oder der Test negativ ausgefallen ist. Wenn bei den Kontaktpersonen Krankheitssymptome auftreten, sind diese unbedingt dem Gesundheitsamt zu melden.
  • Ein- und Rückreisende aus Risikogebieten müssen sich in vielen Fällen in Quarantäne begeben.

Welche Bedingungen gelten für Reiserückkehrer*innen oder Einreisende nach Berlin?

Für alle Personen, die sich in den letzten 10 Tagen vor der Einreise oder Rückkehr in die Bundeshauptstadt in einem Risikogebiet aufgehalten haben, gilt die Pflicht zur Selbstisolation. Zu den Risikogebieten zählen folgende Regionen außerhalb Deutschlands:

  • Hochinzidenzgebiete mit einem Inzidenzwert über 200,
  • Regionen, in denen hochansteckende oder auf eine andere Weise gefährliche Mutationen des COVID-19 auftreten. 
  • Gebiete mit einem insgesamt hohen Infektionsrisiko.

Die Liste der Risikogebiete wird regelmäßig aktualisiert.

Unabhängig davon, auf welchem Wege die Person nach Berlin eingereist ist, besteht in den meisten Fällen die sofortige Quarantänepflicht. Über die Rückkehr und den vorherigen Aufenthaltsort sind die zuständigen Gesundheitsämter zu benachrichtigen. Alle Reiserückkehrer*innen und Einreisende aus den Risikogebieten müssen Ihre Einreise beim RKI außerdem online vorab melden, die Daten leitet das Robert Koch-Institut an das Bezirksgesundheitsamt weiter. 

Alle, die aus Hochinzidenzgebieten oder aus Regionen mit den Mutationen des Virus einreisen, müssen vor ihrer Einreise einen Coronatest durchführen lassen und die Ergebnisse dem Gesundheitsamt übermitteln. 

Mehr zur aktuellen Einreise nach Berlin lesen Sie hier

Welche Verhaltensregeln gelten für die Quarantäne? 

Die Quarantäne soll die Ausbreitung der Pandemie verhindern. Für die meisten Personen, die nicht im Krankenhaus behandelt werden müssen, ist das eigene Zuhause der geeignete Quarantäneort. Für die Zeit der Quarantäne darf das Zuhause nicht verlassen werden, auch Aufenthalt auf dem eigenen Grundstück ist zu vermeiden. Eine Person in der Quarantäne soll sich bemühen, möglichst wenig Kontakt zu den anderen Haushaltsmitgliedern zu haben. Es ist außerdem wichtig, verstärkt auf die Hygiene und auf den eigenen Gesundheitszustand zu achten.

Der Verstoß gegen die Quarantäneregeln stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und wird mit einer Geldstraße bis zu 25 Tausend Euro geahndet.

Welche Möglichkeiten gibt es, die Quarantänepflicht umzugehen?

Nicht nur in Berlin, sondern auch in Deutschland allgemein gelten in Bezug auf die Infektion mit SARS-CoV-2 strenge Regeln. Infizierte und deren Kontaktpersonen sind gesetzlich verpflichtet, sich in Quarantäne zu begeben. Die Quarantäne wird erst auf Anordnung des Gesundheitsamtes aufgehoben.

Die wenigen Ausnahmen betreffen die Reisenden. Wenn jemand durch ein Risikogebiet lediglich durchgereist ist oder sich in Berlin nur zur Weiterreise kurzfristig aufhält, muss seine Einreise weder melden noch sich in Quarantäne begeben. Das Gleiche gilt für Beschäftigte in systemrelevanten Berufen, hier genügt ein negatives Testergebnis. Diese Regelung gilt wiederum nicht oder nur eingeschränkt für Einreisende oder Rückkehrer*innen aus den Gebieten mit COVID-19-Mutationen. 

Wie lange dauert die Quarantäne in Berlin?

Die Regeldauer einer häuslichen Quarantäne beträgt zwischen 10 und 14 Tagen. Für Reiserückkehrer und Einreisende gilt eine Frist von 10 Tagen. Je nach Personengruppe kann die Frist noch variieren. 

Die Kontaktpersonen, die nicht mit dem SARS-CoV-2 infiziert sind, dürfen die Quarantäne 14 Tage nach dem Kontakt zur infizierten Person beenden. Ist eines der Haushaltsmitglieder infiziert, endet die Quarantäne 14 Tage nach dem Manifestieren der Krankheit bei der infizierten Person. 

Eine Verdachtsperson darf die Quarantäne verlassen, wenn die durchgeführte Testung ein negatives Ergebnis aufweist.

Lässt sich die Corona-Quarantäne verkürzen?

Die häusliche Isolation ist für viele mehr als nur eine psychische Belastung, sondern zusätzlich eine logistische Herausforderung. Besonders schwer haben es Alleinstehende oder Menschen ohne ein festes Beschäftigungsverhältnis. In letzteren Fall bedeutet Quarantäne oft schwerwiegende Einkommensverluste. Umso verständlicher ist der Wunsch, die Quarantänedauer zu verkürzen. 

Das ist unter Umständen erlaubt, und zwar:

  • Eine Kontaktperson des 1. Grades kann am 10. Tag nach ihrem Kontakt zum Infizierten eine Corona-Testung durchführen lassen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Antigentest oder PCR-Test handelt. Fällt das Testergebnis negativ aus, wird die Quarantäne üblicherweise beendet. Fällt das Ergebnis positiv aus, setzt sich die Isolation fort und es gelten die Regeln für COVID-19-Infizierte Personen. 
  • Eine Verdachtsperson darf die Quarantäne beenden, wenn das Testergebnis negativ ausfällt. 
  • Eine Person, deren Antigentest positiv ausfiel, kann sich zusätzlich auf die Infektion mit SARS-CoV-2 via PCR-Test testen lassen. Wenn dieser letztere Test negativ ausfällt, ist die häusliche Isolation in Absprache mit dem Gesundheitsamt beendet. Ist der Test positiv und weist die infizierte Person keine Symptome auf, ist die Quarantäne nach 10 Tagen zu Ende. Manifestiert sich die Krankheit, endet die Isolation 10 Tage nach den ersten Anzeichen und 48 Stunden ohne Symptome ebenfalls in Rücksprache mit dem Gesundheitsamt.  
  • Für Reiserückkehrer*innen aus Risikogebieten besteht in Berlin die Möglichkeit, die Quarantäne durch das Vorlegen eines negativen Antigen- oder PCR-Tests bereits nach 5 Tagen frühzeitig zu beenden. Eventuell weichen die Regelungen für Rückkehrer*innen aus den Regionen mit Corona-Mutationen hiervon ab.

Unbedingt zu beachten: Unabhängig von der konkreten Personengruppe gilt die Quarantäne erst als beendet, wenn eine entsprechende Erlaubnis des Gesundheitsamtes vorliegt. In der Regel bildet ein negativer Test die Grundlage für die Entscheidung des Gesundheitsamtes. Das negative Testergebnis ist an sich noch kein Freischein zum Abbrechen der Quarantäne.

Wo sind die Tests durchzuführen, wer trägt die Kosten und wo ist das Testergebnis zu melden?

Zur Durchführung der Coronatestungen zur Verkürzung der Quarantäne sind in der Regel private Teststellen die richtige Adresse. Hier ist mit minimalen Wartezeiten und einem schnellen Ergebnis zu rechnen. Es wird dringend empfohlen, den Termin telefonisch vorab zu vereinbaren und unbedingt auf den Zweck des Besuchs hinzuweisen. Erkundigen Sie sich bei dem zuständigen Bezirksgesundheitsamt, ob Sie Ihre Quarantäne für die Testung verlassen dürfen. Eventuell gelten für den Besuch des Testzentrums spezielle Auflagen, zum Beispiel, den öffentlichen Verkehr zu vermeiden. 

Unabhängig davon, ob das Ergebnis positiv oder negativ ausfällt, leitet die Teststelle die Daten entsprechend dem Pandemieschutzgesetzt an das jeweilige Gesundheitsamt weiter. Das Gesundheitsamt verordnet dann die Beendigung oder die Fortführung der Isolation

Das Ergebnis können Sie auch Ihrem*r Arbeitgeber*in mitteilen, um mit dessen Erlaubnis die Beschäftigung wiederaufzunehmen. Ob Ihre Krankenkasse oder Arbeitgeber*innen die Kosten der Testung übernehmen, lässt sich pauschal nicht beantworten. Zunächst ist der Test in jedem Fall aus eigener Tasche zu bezahlen. Umso vorteilhafter sind solche Testzentren, die Testungen zu einem attraktiven Preis anbieten.