pulse 1Ein Abstrich auf Covid-19

Welche Coronatests gibt es? Welche Vorteile und Nachteile haben sie?

Seit Ende 2019 hält das Coronavirus (auch COVID-19 oder SARS-CoV-2) die Welt in Atem. Umso erstaunlicher ist es, welche Möglichkeiten die Menschheit inzwischen gefunden hat, der Pandemie die Stirn zu bieten. Ein wichtiger Faktor dabei sind die Tests, die das Coronavirus nachweisen und so bestimmen können, ob eine Person infiziert ist oder nicht. Tests helfen nicht nur Personen mit Symptomen schnell die richtige Behandlung zukommen zu lassen, sondern entdecken das Virus auch bei Leuten, die keine Symptome einer Infektion zeigen, aber für andere ansteckend sind. Damit tragen Tests elementar dazu bei, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen und Risikogruppen zu schützen. 

Die beiden häufigsten Arten von Tests, den PCR-Test und den Antigentest möchten wir Ihnen in diesem Artikel vorstellen, sowie ihre Vor- und Nachteile aufzeigen.

Der Antigentest: Der Corona-Schnelltest 

Der Corona-Schnelltest erfreut sich einer immer größeren Beliebtheit. Denn anders als bei PCR-Tests erfährt man das Ergebnis in nur wenigen Minuten. Der Antigentest ist daher optimal dafür geeignet, das aktuelle Infektionspotential von Personen einzuschätzen, beispielsweise vor dem Besuch eines Altenheimes oder vor einer Flugreise. Denn dann wäre ein PCR-Labortest, der mehrere Tage dauert, schon wieder veraltet. Der Antigentest kann also vorsorglich eingesetzt werden, um Infizierte ohne Symptome schnell zu erkennen und Infektionsketten zu unterbrechen. 

Aus Studien weiß man, dass viele Personen, die mit dem Coronavirus infiziert sind, die höchste Viruslast haben noch bevor sie überhaupt die ersten Symptome zeigen. Sie sind also dann am ansteckendsten für ihre Mitmenschen, wenn sie selbst noch nichts von der Infektion merken und vielleicht noch ganz regulär am Alltagsleben teilnehmen. 

Die Vorteile des Antigentests liegen dabei auf der Hand: Personen können auch kurzfristig getestet werden, bevor sie mit anderen Menschen zusammentreffen. Zudem können sie in geringen Abständen auf eine Infektion getestet werden, da die Ergebnisse bei diesem Schnelltest umgehend vorliegen. 

Kein Wunder also, dass der Corona-Schnelltest in den meisten Pflegeeinrichtungen, Altenheimen und Krankenhäusern inzwischen zur Tagesroutine gehört, um Ausbrüche des Coronavirus frühzeitig zu erkennen und einzudämmen. Doch nicht nur dort. Auch an Schulen, im Einzelhandel und in vielen Firmen kommen zunehmend Schnelltests zum Einsatz. 

Während des Lockdowns und in Zeiten hoher Fallzahlen gehen viele Einrichtungen sogar so weit, nur noch Besucher*innen zuzulassen, die einen aktuellen Coronatest vorweisen können. Dies sieht inzwischen auch die gesetzliche Regelung vor. Wegen der längeren Wartezeiten bei PCR-Tests werden dann häufig Schnelltests bevorzugt. 

Wie funktioniert der Antigentest?

Der Antigentest weist Eiweißbausteine des Coronavirus in der entnommenen Probe nach. Die Eiweiße des SARS-CoV-2-Virus werden mit einer speziellen Flüssigkeit aus der Probe herausgelöst und dann zum Nachweis auf den präparierten Papierstreifen des Tests gegeben. Auf diesem Papierstreifen wiederum befinden sich Eiweiße, die sogenannten Antikörper, die mit den Eiweißen des Virus reagieren und dadurch eine Farbveränderung erzeugen.  

Optisch erinnert dieser Corona-Schnelltest ein wenig an einen Schwangerschaftstest. Doch die Funktionsweise ist anders. Beim Antigentest wird die Probe mittels Nasen-Rachen-Abstrich genommen. 

Wie zuverlässig ist der Antigentest bei der Coronadiagnose?

Es gibt inzwischen verschiedene Schnelltests auf dem Markt, die auch vom Bundesministerium für Arzneimittel und Medizinprodukte für die Diagnose einer Infektion mit dem Coronavirus gelistet sind. Die Sensitivität und die Spezifität unterscheiden sich dabei etwas je nach Anbieter. Generell sind Schnelltests etwas weniger zuverlässig als PCR-Tests, aber dennoch sehr gut. 

Ein zugelassener Corona-Schnelltest erkennt eine Infektion in etwa 94 % – 98,5 % der Fälle, vor allem dann, wenn die Viruskonzentration bei der getesteten Person sehr hoch ist. Falsch positive Ergebnisse kommen je nach Test nur in deutlich weniger als 2 % der Fälle vor. Bei einigen Tests sind falsch positive Ergebnisse sogar so gut wie ausgeschlossen. 

Mögliche Gründe für falsch positive Ergebnisse der Tests sind grobe Fehler bei der Probenentnahme oder in seltensten Fällen auch Infektionen mit anderen nahe verwandten Coronaviren als dem SARS-CoV-2 Erreger, dem Auslöser von COVID-19. 

Meldungen über falsch positive Ergebnisse bei Corona-Schnelltests durch Cola und Apfelsaft sind allerdings schlichtweg darauf zurückzuführen, dass die Tests durch die Säure in den Flüssigkeiten zerstört werden. Bei einem nur ansatzweise fachmännischen Gebrauch der Tests ist das jedoch ausgeschlossen. 

Die meisten Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Zuverlässigkeit von Schnelltests gerade dann besonders hoch ist, wenn eine so hohe Viruslast vorliegt, dass eine Person für andere auch tatsächlich akut ansteckend ist. Bei ganz frischen Infektionen oder bereits abklingenden Infektionen mit dem Coronavirus kann eine Infektion in manchen Fällen unerkannt bleiben. Daher sollten die Tests gerade vor dem Kontakt mit Risikogruppen sehr zeitnah durchgeführt werden, um auch das aktuelle Infektionspotential abzubilden. Auch eine mehrmalige Testung mit einigen Tagen Abstand und gleichzeitiger Selbstisolation kann die Zuverlässigkeit des Ergebnisses noch erhöhen. 

Kann ich einen Corona-Antigentest selbst durchführen?

Auch beim Schnelltest ist eine richtige Probenentnahme elementar für das Ergebnis. Denn nur eine richtig entnommene Probe hat gegebenenfalls genug Viren in sich, um für Tests nachweisbar zu sein. Zudem darf die Probe nicht durch unsachgemäße Entnahme verunreinigt werden. Auch wenn Schnelltests für das Coronavirus für den Heimgebrauch angeboten werden, ist es absolut nicht zu empfehlen, sie selbst durchzuführen, wenn man nicht über die notwendige medizinische Fachkenntnis verfügt. Und seien wir ehrlich: Es ist auch nicht ratsam sich ein Wattestäbchen durch die Nase bis in den Rachen zu schieben, wenn man nicht exakt weiß, wie der anatomische Aufbau dieser Organe aussieht. 

Des Weiteren werden im Internet leider auch immer wieder Tests angeboten, die nicht über die notwendige Listung beim Bundesministerium für Arzneimittel und Medizinprodukte verfügen. Im schlimmsten Fall erkennen diese Tests eine Infektion mit dem Coronavirus nicht und geben trotzdem ein falsches Sicherheitsgefühl. 

Um sich testen zu lassen, sollten Sie daher immer eine dafür zugelassene Institution mit Fachpersonal aufsuchen, die geprüfte Corona-Schnelltests verwendet. 

Der Antigentest ist kein Antikörpertest

Der Antigentest sollte übrigens nicht mit dem Antikörpertest verwechselt werden. Beim Antikörpertest wird die Immunreaktion einer Person nachgewiesen, nicht das Coronavirus selbst. Das bedeutet aber nicht, dass die Person derzeit infiziert ist. Nach einer Infektion können Antikörper gegen das Coronavirus für mehrere Monate im Blut nachgewiesen werden. Bei einer akuten Infektion kann es aber durchaus sein, dass es noch keine nachweisbaren Antikörper im Körper gibt. Der Antigentest testet, ob aktuell eine Infektion vorliegt, der Antikörpertest hingegen testet, ob das Immunsystem einer Person in den letzten Monaten Kontakt mit dem Coronavirus hatte bzw. ob noch Antikörper von der Infektion vorhanden sind.

Wenn jedoch von einem Corona-Schnelltest die Rede ist oder von POC-Tests (Point of Care Tests), dann ist normalerweise ein Antigentest damit gemeint. 

Der PCR-Test: Der Labortest

PCR-Tests kommen inzwischen weithin zum Einsatz. Häufig ordnen Gesundheitsämter einen PCR-Test dann an, wenn bereits ein positives Ergebnis aus einem Schnelltest vorliegt, um die Infektion mit SARS-CoV-2 zu bestätigen. 

Der PCR-Test ist der langwierigste, aber auch genaueste der Coronatests.

Doch diese Genauigkeit des PCR-Tests geht auch mit einigen Nachteilen einher. Der PCR-Test weist das Erbgut des Coronavirus nach und kann daher nur in speziell ausgestatteten Laboren durchgeführt werden. Derzeit dauert es etwa zwei bis drei Tage, bis getestete Personen ihr Testresultat mit dem PCR-Test erhalten. Zudem sind PCR-Tests vergleichsweise teuer. 

Was ist ein PCR-Test?

Der Name steht für Polymerase Chain Reaktion, also eine Kettenreaktion von Bausteinen der DNA. Bei ihm wird die RNA des Virus in einer Probe nachgewiesen. Die RNA eines Virus ist vergleichbar mit der DNA in unseren Zellen. Die DNA (oder auch DNS) ist der Bauplan einer jeden menschlichen Zelle, sie ist das Erbgut. Die DNA hat die Form einer Doppelhelix. Im Grunde kann man sich das vorstellen, wie einen in sich verdrehten Reißverschluss. Die RNA des Coronavirus ist hingegen nur eine halbe DNA, also nur ein Teil des besagten Reißverschlusses. 

Da im Körper und vor allem im Abstrich nur sehr wenig Erbgut des Coronavirus vorhanden ist, besteht die Funktion der PCR-Tests zunächst darin dieses Erbgut außerhalb des Körpers zu kopieren, um es anschließend besser nachweisen zu können. 

Man stelle sich vor, man sucht einen Rechtschreibfehler in einem Text. Verteilt man Kopien dieses Textes an mehrere Personen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass einer davon den Fehler findet deutlich höher. 

Wie läuft ein PCR-Test ab?

Bei PCR-Tests zum Aufspüren des Coronavirus wird eine Probe mittels Nasen-Rachen-Abstrich entnommen und anschließend in ein Labor gesendet. Dort wird das Testmaterial in einer Flüssigkeit gelöst und die enthaltene DNA kopiert und anschließend auf Spuren des SARS-CoV-2-Virus hin untersucht.

Da das Coronavirus keine DNA besitzt, sondern nur RNA, muss die RNA zunächst in DNA umgeschrieben werden, um sie weiter zu kopieren. Das geschieht im ersten Schritt unter Zugabe der Reversen Transkriptase. Das ist ein Enzym, das die RNA in DNA übersetzen kann. Deshalb spricht man auch von einem RT-PCR-Verfahren. Die Informationen der RNA werden dabei nicht verändert, nur die Form ist eine andere.

Nun, da die RNA des Virus zur einer DNA umgeschrieben ist, geht es darum, sie zu kopieren. Dazu wird die doppelsträngige DNA, wie ein Reißverschluss aufgetrennt. Es werden neue DNA Bausteine hinzugefügt, die jeweils automatisch die beiden Einzelstränge wieder zu Doppelsträngen ergänzen. Das Ganze wird mehrmals wiederholt. Dabei erhält man bei jedem Durchlauf die doppelte Anzahl an Virus DNA. 

Nun muss die Virus DNA in der Probe nur noch gefunden werden. Dazu kommen sogenannte DNA-Sonden zum Einsatz. Diese DNA-Sonden sind DNA-Schnipsel, die zu leuchten beginnen, wenn sie in die SARS-CoV-2-DNA eingebaut werden. Wenn die Probe Corona positiv ist, beginnt sie ab einem bestimmten Zeitpunkt zu leuchten. Das kann mit einem Messgerät erkannt werden. Je früher die Probe leuchtet, desto mehr Virus-RNA war in der Ausgangsprobe des Tests. Der Nachweis einer Infektion ist erbracht. 

Wie aussagekräftig sind PCR-Tests?

Der PCR-Test wurde nicht für das Coronavirus erfunden. Tatsächlich gibt es ihn bereits seit 1983. Sein Erfinder Kary Mullis erhielt dafür sogar 1993 den Chemie-Nobelpreis. Die Vorgehensweise wird auch angewandt, um Blutspenden abzusichern und Empfänger vor Infektion mit Hepatitis oder HIV zu schützen. Doch auch in der Erforschung von beispielsweise sehr alter DNA, wie bei der des Neandertalers, kommt die PCR-Technik zum Einsatz. Es gibt also bereits sehr viele Erfahrungswerte in der Forschung damit. 

Allerdings kann ein Test nie 100 % der Infektionen richtig nachweisen. Wurden beispielsweise Fehler bei der Probenentnahme gemacht oder ist der Untersuchte erst ganz frisch infiziert, kann es sein, dass nicht ausreichend Viren RNA in der Probe vorhanden ist, um die Infektion nachzuweisen. 

Man geht davon aus, dass moderne Labore 97,7 % der SARS-CoV-2-Fälle richtig als positiv oder negativ erkennen.

Dieser Wert wird sogar noch erhöht, wenn Labore auf mehrere verschiedene Sequenzen des Coronavirus testen, was inzwischen meistens der Fall ist.

Die Wahrscheinlichkeit ein falsch negatives Ergebnis zu erhalten ist daher etwas höher, als ein falsch positives. 

Welchen Coronatest zahlt die Krankenversicherung?

Krankenkassen, egal ob privat oder gesetzlich, zahlen Coronatests dann, wenn sie von Ärzt*innen angeordnet werden. 

Das geschieht beispielsweise in folgenden Fällen: 

  • Es sind akut Symptome vorhanden
  • Personen haben sich in einem Coronavirus-Risikogebiet aufgehalten
  • Personen hatten Kontakt zu einer nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Person
  • Personen arbeiten in einem Krankenhaus, einer Pflegeeinrichtung oder einer vergleichbaren medizinischen Gemeinschaftseinrichtung
  • Der Test wurde vom Gesundheitsamt angeordnet

Wer auf Nummer sicher gehen, eine Reise plant oder Personen in Altenheimen besuchen möchte, muss die Kosten des Testes meist selbst tragen. Zum Glück kann der Corona-Schnelltest inzwischen auch bei einigen Anbietern vergleichsweise kostengünstig durchgeführt werden. 

Bei uns können Sie sich bereits für 24,99 € mit einem zugelassenen Schnelltest von medizinisch geschultem Personal auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 testen lassen. Vereinbaren Sie am besten gleich einen Termin oder kommen Sie direkt vorbei. Sie haben keine Wartezeit und erhalten das Ergebnis Ihres Tests bereits nach 20 Minuten bequem per E-Mail. Unsere Teststationen befinden sich am S/U-Bahnhof Friedrichstraße im Admiralspalast (Berlin Mitte) sowie am S/U-Bahnhof Zoologischer Garten in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche (Bezirk Charlottenburg).